Ab Sonntag: Bundesregierung beschließt generelle Einreise-Testpflicht

Die Sommerferien sind in vollem Gange, viele Urlauber kehren aus aller Welt zurück, gleichzeitig steigen die Corona-Zahlen wieder. Die Regierung hat deshalb die Corona-Testpflicht wieder deutlich ausgeweitet.

Eine Mitarbeiterin des Landkreises Harz untersucht im Testzentrum in der Anne-Frank Grundschule in Halberstadt einen Corona Schnelltest.
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Für Rückkehrer aus dem Sommerurlaub gilt ab diesem Sonntag eine Testpflicht zum Schutz vor einer Corona-Ausbreitung. Das hat das Bundeskabinett beschlossen. Konkret sollen dann alle Einreisenden ab zwölf Jahren über einen negativen Test, einen Genesenen-Nachweis oder einen Nachweis einer vollständigen Impfung verfügen müssen. Dabei ist egal, aus welchem Land und auf welchem Weg sie kommen.

"Risiko reduzieren"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bei einer Pressekonferenz
Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU) zu Corona-Lockerungen "Unsere Ungeduld darf am Ende nicht zu Übermut führen." Bildrechte: Bundespressekonferenz

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Freitag, die neuen Regeln reduzierten „das Risiko, dass zusätzliche Infektionen eingetragen werden“. Außerdem sei Reisen mit Impfung generell leichter, so Spahn.

Geimpfte und Genesene bräuchten keinen Test. Geimpfte müssten grundsätzlich auch nicht in Quarantäne. Bei einer Einreise aus einem Gebiet mit besorgniserregenden Virusvarianten soll ein grundsätzlich ein Test nötig sein, Nachweise als Geimpfter oder Genesener sollen dann nicht reichen. Derzeit sind etwa Brasilien und Südafrika Virusvariantengebiete. Mögliche Schnell- oder PCR-Tests im Ausland müssen selbst gezahlt werden. Schnelltests dürfen bei der Einreise in Deutschland höchstens 48 Stunden zurückliegen, genauere PCR-Tests höchstens 72 Stunden.

Stichprobenartige Kontrollen

Wer mit dem Flieger unterwegs ist, muss seinen Test schon vor dem Start vorzeigen. Für Zugreisende soll das auch während der Fahrt möglich sein. Der Reiseverkehr mit dem Auto soll hingegen "stichprobenartig" kontrolliert werden.

Für Grenzpendler und kürzere Reisen im Grenzverkehr sieht der Entwurf Sonderregelungen vor. Für sie soll die Testpflicht nur gelten, wenn sie aus Risikogebieten kommen. Für nicht Geimpfte und nicht Genesene soll ein Test demnach auch nur zweimal pro Woche nötig sein, nicht bei jeder Einreise.

Höhere Infektionszahlen nach Auslandsreisen

Mit den neuen Regelungen will die Bundesregierung den ungebrochenen Anstieg der Infektionszahlen bremsen und einen weiteren Lockdown vermeiden. Das Robert-Koch-Institut geht davon aus, dass ein großer Teil der aktuellen Fälle auf Auslandsreisen zurückzuführen ist. Das schreibt das RKI in seinem wöchentlichen Lagebericht. In der Zeit vom 28. Juni bis 25. Juli sind demnach 3.662 Fälle gemeldet worden, in denen sich betroffene wahrscheinlich im Ausland mit dem Virus infiziert haben.

Besonders viele Fälle lassen sich demnach nach Spanien und in die Türkei zurückverfolgen. Der überwiegende Anteil der Übertragungen finde aber weiterhin innerhalb Deutschlands statt, heißt es weiter in dem Bericht.

Mit Material von den Nachrichtenagenturen dpa, AFP und epd.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 30. Juli 2021 | 09:00 Uhr

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