Corinna Schumacher äußert sich erstmals über Michaels Unfall

Acht Jahre ist der schwere Unfall von Michael Schumacher bereits her. Seitdem sind Neuigkeiten über seinen Gesundheitszustand Privatsache gewesen - bis jetzt. In einer neuen Dokumentation bricht die Ehefrau von Formel-1-Pilot Michael Schumacher erstmals ihr Schweigen.

Michael Schumacher (Ferrari) präsentiert stolz den Siegerpokal
Bildrechte: imago/Bryn Williams

Nach seinem schweren Unfall im Jahr 2013 ist es still geworden um den Rennfahrer Michael Schumacher. Doch das soll sich jetzt ändern. In einer neuen Dokumentation spricht Schumachers Frau Corinna nicht nur über die Karriere des Formel-1-Rennfahrers, sondern auch zum ersten Mal über die Geschehnisse vor und nach dem Unfall vor acht Jahren.

„Michael ist ja da, anders, aber er ist da“

Schumacher war bei einem Skiausflug in den französischen Alpen gestürzt und erlitt trotz Helm ein Schädel-Hirn-Trauma. Anschließend schwebte er tagelang in Lebensgefahr. Vor dem Urlaub soll er zu seiner Frau noch gesagt haben: "Der Schnee ist nicht optimal, wir könnten ja nach Dubai fliegen." In Dubai wollte er Fallschirmspringen - eines der Hobbys des Adrenalin-Junkies. Corinna Schumacher erzählt:

Corinna, Mick und Michael Schumacher
Bildrechte: imago images/Hoch Zwei II

Wir leben zu Hause zusammen, wir therapieren, wir machen alles, damit es Michael besser geht und gut geht und dass er unseren Familienzusammenhalt auch einfach spürt.

Auch Schumachers Kinder kommen in der Dokumentation zu Wort. Tochter Gina-Marie (24) und Sohn Mick (22) beschreiben Schumacher als Familienmensch, mit dem sie viele Momente voller Spaß erlebten.

Das emotionalste Statement hat für mich Sohn Mick geliefert. Der vermisst seinen Vater vor allem als Berater.

sagt MDR JUMP Korrespondent Jens Gideon. Mick, der es mittlerweile selbst als Rennfahrer in die Formel 1 geschafft hat, hätte viel mit seinem Vater zu bequatschen:

Wir sprechen eine ähnliche Sprache, diese Motorsport-Sprache. Das wäre so cool. Ich würde alles aufgeben nur für das.

Viele Weggefährten äußern sich

Wer nun erwartet, in der Dokumentation neue Informationen über den Gesundheitszustand von Michael Schumacher zu bekommen, der wird enttäuscht. Vanessa Nöcker, die zusammen mit Hanns-Bruno Kammertöns und Michael Wech Regie geführt hat, sagt dazu:

Wir sind zu keinem Zeitpunkt der Schlagzeile nachgejagt, sondern haben uns langsam herangetastet und haben gemeinsam einen Weg gefunden. Das hätte sonst auch nicht funktioniert. Letztlich hatten wir am Ende selbst einen Beschützerinstinkt.

Auch Corinna äußert sich dazu:

Es ist wichtig, dass er sein Privatleben weiter so genießen kann, so gut, wie es eben geht. Michael hat uns immer beschützt, jetzt beschützen wir Michael.

Wegbegleiter wie unter anderem Bernie Ecclestone, Sebastian Vettel und Flavio Briatore erzählen über den Piloten und das Ausnahmetalent des Rennsportes. Von den Anfängen des Kartfahrens, der Aufstieg aus einfachen Verhältnissen bis an die Spitze des Rennsportes hin zu einer Formel-1-Ikone.

Michael Schumacher neben einem Minol-Trabant (1993)
Bildrechte: dpa

Es ist ganz klar, dass Michael mir jeden Tag fehlt, und nicht nur mir, den Kindern, der Familie, seinem Vater, allen, die um ihn herum sind. Jeder vermisst Michael.

Lohnt es sich den Film zu sehen?

Die Abwechslung im Film mache ihn absolut sehenswert, sagt MDR JUMP Korrespondent Jens Gideon:

Es gibt wirklich tiefgründige Gespräche mit vielen Menschen aus dem direkten Umfeld von Schumacher, teilweise auch unveröffentlichte Bilder aus Kindertagen und den absoluten Anfängen seiner Rennsportkarriere. Und es gibt auch neue Erkenntnisse zu gewinnen.

Die fast zweistündige Dokumentation ist seit dem 15. September auf der Streaming-Plattform Netflix zu sehen. Den ersten Trailer zur Dokumentation "Schumacher" gibt es hier:

Mit Material von dpa

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 15. September 2021 | 15:27 Uhr

Aktuelle Themen von MDR JUMP