Neues Album mit Chester Benningtons Stimme: Grey Daze - Amends

Seit heute (26. Juni) können wir ein neues Album mit Chester Benningtons Stimme hören. Grey Daze, die erste Band des 2017 verstorbenen Linkin-Park-Frontmanns, hat mit alten Gesangsspuren ein neues Album namens „Amends“ („Entschädigung“) produziert. Wir verraten Euch wie das Album genau entstanden ist und für wen es sich lohnt.

Chester Bennington (Linkin Park) und seine damals noch Verlobte Talinda Ann Bentley bei der Verleihung der Billboard Music Awards 2012. Chester trägt einen blauen Anzug mit weißem Hemd und eine Brille mit schwarzem Rahmen. Talinda ein weißes Kleid mit offenen dunklen Haaren.
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Die Songs auf „Amends“ stammen von den beiden längst vergriffenen 90er-Jahre-Alben der Band Grey Daze. Es handelt sich aber nicht um ein gewöhnliches Best-Of-Album. Die Instrumente wurden allesamt neu eingespielt und Chester Benningtons alte Gesangsspuren wurden neu bearbeitet.

Chester Bennington bei einem Konzert 2013
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Damit vollführt die Band im übertragenen Sinne einen der letzten Wünsche des Sängers: Grey Daze wiederzuvereinen. Vor dem bereits geplanten Reunion-Konzert nahm sich Chester leider das Leben. Gemeinsam mit seiner Witwe Talinda Bennington wählte die Band die Songs für „Amends“ aus. Chesters alter Schulfreund und Grey-Daze-Schlagzeuger Sean Dowdell sagte zu dem Projekt:

Als wir die Ankündigung machten, dass wir an „Amends“ arbeiten, wollten wir damit vor allem Chester gedenken – und endlich das fertigstellen, was er gemeinsam mit uns angefangen hatte. Seiner Familie, unseren Familien und auch seinen Millionen von Fans in aller Welt bedeutet „Amends“ so viel... ihnen und allen Beteiligten sind wir es schuldig, dass es auch ordentlich veröffentlicht wird.

Die Neueinspielungen der Songs haben eine deutlich professionellere Produktion als die Originale. Aber auch stilistisch wurden die Lieder verändert. Ausgehend von den alten Gesangsaufnahmen, schrieben die Musiker die Songs rund um Chesters Stimme komplett neu. Dass die neuen Versionen zudem musikalisch versierter klingen, liegt sicherlich auch an den vielen Gastmusikern aus Bands wie Korn, P.O.D. oder Bush.  Neben den vielen Profimusikern machen übrigens auch Chesters Kinder mit.

Der neu entstandene Sound erinnert deutlich mehr an Linkin Park als an die Originalaufnahmen von Grey Daze. Zumal Chesters Stimme schon damals in Topform war. So werden vor allem Linkin-Park-Fans auf ihre Kosten kommen und Grey-Daze-Anhänger eventuell den alten Sound vermissen.

Auch textlich hatte Chester bereits mit Anfang 20 seine Handschrift gefunden. So singt er mal zerbrechlich, mal aus vollem Hals, über Drogen, das schwierige Verhältnis zu seinem Vater, Ungerechtigkeiten in der Welt und seinen inneren Schmerz. Als der Chester Bennington vor 27 Jahren der Sänger von Grey Daze war, wurde er von seinen Mitschülern als Nerd abgetan und gemobbt. Erst die Band Grey Daze brachte ihm das Selbstvertrauen in sich und seine Stimme.

Für Fans des Musikers lohnt sich dieses Album also sehr.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 26. Juni 2020 | 05:00 Uhr

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