Die EU-Kommission will Ein- und Zwei-Cent-Münzen abschaffen

28.01.2020 | 11:30 Uhr

Die EU-Kommission will die kleinen Centmünzen abschaffen, so heißt es in einem Entwurf ihres Arbeitsprogramms. Doch der Vorschlag ist umstritten.

Eine Frau hält Ein- und Zwei-Cent-Münzen in ihrer Hand.
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Am Mittwoch soll das Arbeitsprogramm der EU-Kommission vorgestellt werden. Darin wird sich auch eine Liste mit Vorschlägen zum Abbau von Bürokratie finden. Und auf dieser Liste wiederum steht wohl ein Punkt, der vor allem in Deutschland für Diskussionen sorgen könnte: Die Kommission unter Ursula von der Leyen will die Ein- und Zwei-Cent-Münzen abschaffen. So steht es in einem Entwurf des Papiers.

In diesem Entwurf werde auf einen zwei Jahre alten Bericht der Kommission verwiesen, in dem es heiße, dass es in keinem EU-Land mehr eine Mehrheit für die Beibehaltung von Ein- und Zwei-Cent-Münzen gibt. Außerdem seien mehr Euro-Staaten dazu übergegangen, Beträge beim Einkaufen auf volle fünf Cent zu runden.

In den Niederlanden wird schon gerundet

In Belgien und den Niederlanden wird das beispielsweise so gehandhabt. Statt 9,97 Euro werden dort glatte 10 Euro kassiert, statt 2,52 Euro nur 2,50 Euro. Kleine Centmünzen werden von den Geschäften nicht rausgegeben. Läden, die nach diesem System kassieren, müssen das mit einem Aufkleber an der Eingangstür deutlichmachen. Diese Praxis geht auf eine Initiative verschiedener Interessenverbände zurück.

So werde einerseits beim Kassieren Zeit gespart, weil Kunden und Kassierer nicht mit den kleinen Münzen hantieren müssen. Kunden hätten außerdem kein Problem mit ausgebeulten Portemonnaies. Außerdem würden so Herstellungskosten für die Münzen, sowie die Mühe beim Zählen und Transport gespart.

Bargeldausstieg durch die Hintertür

Die Deutschen lieben ihr Bargeld nach wie vor. Deshalb folgt auch der Widerstand auf dem Fuße: der CSU-Abgeordnete Markus Ferber warnt, dass so keinesfalls der Ausstieg aus dem Bargeld vorbereitet werden dürfe. Der Plan müsse "alle Alarmglocken schrillen lassen."

Bis jetzt ist der Vorschlag aber nur einer von vielen auf der To-Do-Liste von von der Leyens EU-Kommission. Offiziell vorgestellt wird diese Liste erst am Mittwoch. Viele EU-Mitgliedsstaaten hätten sie noch gar nicht bekommen.

Zuletzt aktualisiert: 28. Januar 2020, 11:15 Uhr

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