Elterngeld: Geld bei Frühgeburten und Vier-Tage-Woche möglich

Das Bundeskabinett hat eine Reform des Elterngeldes beschlossen.

Eine Familie relaxt auf dem Sofa
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Heute wurde der Entwurf des Bundesfamilienministeriums für Verbesserungen beim Elterngeld und bei der Elternzeit diskutiert und diese Änderungen wurden entschieden:

Zeitliche Freiräume und Elterngeld-Anpassungen

Familien sollen mehr zeitliche Freiräume bekommen und die Aufteilung von Erwerbs- und Familienzeit soll weiter unterstützt werden. Zum Beispiel sollen Eltern, die während des Elterngeldbezugs in Teilzeit arbeiten wollen, mehr Möglichkeiten dazu bekommen.

Mütter oder Väter, die in Teilzeit arbeiten und Elterngeld bekommen, können künftig 32 Stunden pro Woche arbeiten. So wird auch für die arbeitenden Eltern eine Vier-Tage-Woche ermöglicht. Vorher waren nur 30 Stunden pro Woche möglich, um nicht den Elterngeldanspruch zu verlieren. Außerdem soll es Verbesserungen beim sogenannten Partnerschaftsbonus geben, wenn beide Elternteile in Teilzeit arbeiten.

Geld im Frühchenmonat

Eltern von Frühchen sollen künftig einen Monat länger Elterngeld erhalten, wenn das Kind mindestens sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin zur Welt gekommen ist. Dieser sogenannte Frühchenmonat soll den Familien mehr Zeit geben, „mögliche Entwicklungsverzögerungen ihres Kindes besser auffangen zu können".

Einkommensgrenze wird heruntergesetzt

Zur Diskussion stand auch, dass Mütter und Väter, die gemeinsam über ein Einkommen von mehr als 300.000 Euro verfügen, kein Elterngeld mehr bekommen. Bisher lag die Grenze bei 500.000 Euro.

Die Neuregelungen sollen im kommenden Jahr in Kraft treten, müssen aber noch durch Bundestag und Bundesrat.

Definition des Elterngelds

Das Elterngeld wird an Väter und Mütter ausgezahlt, die nach der Geburt ihres Kindes nicht oder erstmal weniger arbeiten wollen. Es beträgt monatlich mindestens 300 Euro und ist abhängig vom Netto-Verdienst vor der Geburt des Kindes. Es kann bis zu 1.800 Euro betragen. Das Geld wird maximal 14 Monate ausgezahlt, wenn beide Elternteile sich an der Betreuung beteiligen. Mit dem Elterngeld Plus ist eine Verlängerung möglich, es wird dann aber weniger Geld ausgezahlt.

Mit Material der Nachrichtenagentur dpa.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 16. September 2020 | 09:00 Uhr

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