Buggys für Kinder: Viele werden schnell unbequem

Die Rückenlehnen sind bald zu kurz, die Sitzflächen nicht breit genug: Laut dem aktuellen Test von Stiftung Warentest fahren in vielen Buggys nur ganz kleine Kinder wirklich bequem. Eltern müssten dann teuer nachkaufen.

Mutter mit Kleinkind im Buggy (Symbolfoto)
Für ganz kleine Kinder passen die meisten Buggys noch gut (Symbolfoto). Bildrechte: IMAGO / Design Pics

Für Eltern ist es eine echte Erleichterung, wenn ihre Kleinen allein aufrecht sitzen können. Dann muss nicht mehr der schwere und große Kinderwagen mit, der im Kofferraum viel Platz wegnimmt. Ein Buggy reicht. In dem können die Kleinen nicht nur sitzen. Für kleine Schlafpausen lassen sich viele Buggys auch einfach zum Schlafplatz umbauen. Allerdings sind nur wenige Modelle für die komplette Zeitspanne geeignet, in der Kinder einen Buggy brauchen. Das zeigt ein aktueller Test von Stiftung Warentest (Komplettabruf ist kostenpflichtig).

Nur drei Buggys sind „gut“

Rund 160 Euro müssen Eltern für einen Buggy ausgeben, in dem Kinder von ein bis vier Jahren wirklich gut sitzen. Das zeigt die aktuelle Untersuchung von Stiftung Warentest, in dem zwölf der praktischen „Kinder-Transporter“ getestet wurden. Danach sind drei Buggys bis 250 Euro bestens dafür geeignet, den Nachwuchs beim Einkaufen, für ein Nickerchen oder für Pausen vom Laufen aufzunehmen. Neun andere Modelle zwischen 200 und 420 Euro dagegen werden schnell zu klein, kritisieren die Tester. Claudia Till von Stiftung Warentest sagte MDR JUMP:

Claudia Till von Stiftung Warentest
Bildrechte: Stiftung Warentest

In den Buggys sollen nicht nur Kinder ab sechs Monate Pause machen können, sondern auch größere Dreijährige. Doch für die ist bei einigen Modellen die Rückenlehne schnell zu kurz und die Kinder können den Kopf nicht mehr anlehnen.

Bei diesen Modellen müssten Eltern im Ernstfall ein neues und größeres Modell kaufen, wenn ihre Kinder nicht mehr im zu kleinen Buggy mitfahren wollen. Dabei gehen die meisten Familien davon aus, dass ein Buggy nach dem Kinderwagen dann ausreicht. Claudia Till rät Eltern für den Buggy-Kauf:

Die Sitzfläche sollte breit genug sein, damit das Kind auch noch wachsen kann. Und die Rückenlehne entsprechend lang genug, damit auch größere Kinder noch gut sitzen.

Passt auch in kleine Kofferräume: Ein zusammengefalteter Buggy
Bildrechte: Stiftung Warentest

Zudem sollte der Buggy wendig genug für enge Supermarkt-Gassen sein und handlich, um auch mal mit nur einer Hand zusammengeklappt zu werden. Paare, bei denen ein Elternteil größer als der andere ist, sollten auf eine Höhen-Verstellmöglichkeit am Schiebegriff achten. Sonst ist der Buggy vor allem für Menschen ab 1,80 Meter Größe zu niedrig und damit schlicht unbequem.  

Schadstoffe im Griff und in der Regenhaube

Die Tester fanden bei zwei Buggys Schadstoffe, deren Konzentration über dem in der EU festgelegten Grenzwert liegt: Der einmal in einem Haltegriff und einmal in einem Regenschutz gefundene Weichmacher DEHP kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Beide Hersteller (Hartan und tfk) bieten betroffenen Eltern den Umtausch von Griff und Regenschutz an.

Einige Buggys können auch beim Joggen mit

Einige Buggys schaffen auch Bordsteine ohne Kippeln und sind stabil genug für Kopfsteinpflaster oder Waldwege: Solche „Jogger“-Modelle haben dann drei statt der üblichen vier Räder. Die sind zudem etwas weiter voneinander entfernt angebracht.

Damit sind diese Buggys weniger kippanfällig. Sie haben zudem eine Handbremse, damit Eltern bei Gefälle der Buggy nicht davonfährt. Mit zwei von uns getesteten Jogger-Buggys kann man problemlos laufen gehen. Das dritte Modell war etwas kippliger.

Kleiner Wermutstropfen: Mit Preisen ab 600 Euro reißen die Jogger-Buggys ein ganz schönes Loch in die Familienkasse.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 25. August 2021 | 06:00 Uhr

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