Britische Superstars: Aufregung um neue Visa-Regeln nach Brexit

Musiker wie Elton John, Ed Sheeran und Queen-Gitarrist Brian May prangern die britische Regierung an. Durch den Ausstieg aus der EU wird es für sie und viele andere Musiker aus Großbritannien künftig deutlich schwerer in europäischen Ländern aufzutreten.

Elton John
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Was ist das Problem?

Der Brexit ist vollzogen: Seit diesem Januar gelten die Vereinbarungen, auf die sich die EU und Großbritannien geeinigt haben. Unter diesen neuen Regeln leiden jetzt vor allem britische Musiker – denn um Konzerte in europäischen Ländern zu spielen, müssen sie seit diesem Jahr zusätzlich ein Visum und oft auch eine Arbeitserlaubnis beantragen. Das kostet nicht nur Geld, sondern auch Zeit.

Und auch andersrum wird es nicht einfacher: alle Musiker aus der EU müssen seit diesem Jahr zusätzliche Kosten für Konzerte in Großbritannien tragen.

Die Vorwürfe der Stars

„Dieses Verhandlungsversagen wird viele Künstler in den Abgrund stürzen“ – so heißt es in dem offenen Brief an die britische Regierung. Über 100 Musiker haben ihn unterschrieben bevor er in der Zeitung „The Times“ veröffentlicht wurde. Sie fordern eine rückwirkende Aufhebung der Visa-Regeln. Auftritte und Konzerte seien unter diesen Bedingungen nicht mehr rentabel für die Künstler. Vor allem Newcomer oder kleinere Bands könnten sich diese neu entstandenen Kosten schlichtweg nicht mehr leisten – eine internationale Karriere rückt so schnell in die Ferne.

„Unsere Tür bleibt offen“

Um die Politik zu einer Reaktion zu zwingen, wurde außerdem eine Petition ins Leben gerufen. Über 270.000 Menschen sprechen sich dafür aus, dass Künstler eine „freie kulturelle Arbeitserlaubnis“ bekommen – unter anderem auch die Sängerin Dua Lipa. Die Petition knackte die 100.000 Unterschriften-Marke und so musste sich das britische Parlament damit befassen. Die EU habe das Anliegen abgelehnt, so die Antwort des Parlaments. Musiker würden mit ihren Konzerten eine Dienstleistung anbieten, für die ein Visum und/oder eine Arbeitsbescheinigung notwendig sei.  

„Unsere Tür bleibt offen, falls die EU ihre Meinung ändert“, so Jamie Davies, ein Sprecher des Premierministers Boris Johnson. Ihr Angebot, Musiker und Begleitteams ohne Arbeitserlaubnis auf Tour gehen zu lassen, sei von der Europäischen Union abgelehnt worden.

Bleibt nur zu hoffen, dass sich die EU und Großbritannien einig werden. Sonst könnte diese neue Visa-Regelung der diversen Musiklandschaft in Europa gefährlich werden.

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