Die ersten Tage im Knast – wie geht es Boris?

Wie geht’s Boris Becker im Gefängnis? Darüber können alle im Moment nur rätseln. Offizielle Statements oder gar Fotos gibt es nicht. Dafür aber eine Internetseite vom Gefängnis und die verrät einiges.

Boris Becker
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Warum sitzt Boris Becker überhaupt in England ein?

Boris Becker verlässt den Southwark Crown Court in London.
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Ganz einfach: Er lebt in London und hat sich dort vor fünf Jahren für zahlungsunfähig erklärt. Angeblich haben ihn die Scheidung von seiner vorletzten Ehefrau, Barbara Becker und die Unterhaltskosten für seine Kinder den Großteil seines Vermögens gekostet. Vor dem Insolvenzverwalter musste er 2017 daraufhin seine Finanzen offenlegen und hat dabei geschummelt. Dafür hat ihn Richterin Deborah Taylor am Londoner Southwark Crown Court Gericht jetzt zu gut zweieinhalb Jahren Gefängnis wegen Insolvenzverschleppung verurteilt. Die Hälfte davon muss er in Haft verbüßen. Wenn er richtig viel Glück hat, kann er nach 10 Monaten aus dem Gefängnis in den Hausarrest mit elektonischer Fußfessel.  

Ich rechne nicht damit, dass er lange in Wandsworth bleiben wird.

Das sagt Beckers Anwalt Giles Bark-Jones. Und da schwingt die Hoffnung mit, dass Boris möglichst schnell aus dem berüchtigten Gefängnis in London in eine Haftanstalt verlegt wird, die deutlich komfortabler und vor allem auch sauberer ist. Denn:

Boris aktuelle Adresse hat einen schlechten Ruf

Das Gefängnis ihrer Majestät Wandsworth liegt im Süden von London und kann rund 1500 Gefangene aufnehmen. Es ist das zweitgrößte Gefängnis Großbritanniens und es ist alt, eröffnet schon 1851. Kleine muffige Zellen, zumeist auch noch doppelt belegt, dürfte dabei noch das geringste Problem von Boris Becker sein. Den Gesamtzustand der Haftanstalt beschrieb Charles Taylor, Oberinspektor britischer Gefängnisse im Januar so:

…bröckelnd, überfüllt, von Ungeziefer verseucht.

Das Wandsworth Gefängnis ein alter Klinkerbau mit davor parkenden Autos
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Außerdem soll es schmutzig und laut sein, und mitunter gewalttätig zugehen.

Was macht Boris aktuell?  

Da es für Ihn keine Ausnahmen, also keinen Promibonus gibt, durchläuft er aktuell die sogenannte Induction-Week, so etwas wie eine Einführungswoche. Dabei führt er Gespräche mit Fachpersonal über seinen körperlichen und geistigen Gesundheitszustand. Er klärt, ob und wo er arbeiten will und kann. Fitnessstudio und Gärtnern sind genauso möglich, wie Stickkurse oder das Reparieren von Fahrrädern. Außerdem wird er über die üblichen Verhaltens- und Brandschutzregeln im Gefängnis aufgeklärt. Wichtig: Er darf von seiner Zelle aus telefonieren, die Wärter können aber jeder Zeit mithören. Besuch darf er aktuell zweimal im Monat empfangen, für jeweils eine Stunde. Bei guter Führung kann das später auf vier Besuche ausgeweitet werden.

Wie geht es ihm?

Ex-Ehefrau Lilly Becker konnte in einem Interview mit dem britischen Moderator Piers Morgan einen kurzen Einblick in Boris´ Gemütslage geben. Sie hat Kontakt zu seiner aktuellen Partnerin Lillian und erklärt:

Lilian hat mir gesagt, dass es ihm gut geht. Es geht ihm gut! Ich meine, es ist klar, dass das kein Fünf-Sterne-Hotel ist. Sie wissen, dass er sich schämt. Sie wissen, dass er gedemütigt ist.

Wir spekulieren lieber nicht

Welche Zellennachbarn er hat, wie er wirklich schläft und ob er tatsächlich, wie in Wandsworth vorgeschrieben, mit Badehose in die Gemeinschaftsdusche geht, das ist reine Spekulation. Vielleicht gibt es darüber ja später ein Buch, eine Fernseh-/Webserie und einen Film…

Dieses Thema im Programm MDR JUMP | MDR JUMP Die Themen des Tages | 04. Mai 2022 | 19:50 Uhr

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