Pandemie-Trend: Das gute alte Brettspiel gewinnt!

Die letzte Runde Kniffel oder eine ausgiebiger Puzzle-Abend war vor der Pandemie wahrscheinlich schon länger her. Corona hat uns nicht nur eingeschränkt, sondern auch Hobbys wiederentdecken lassen. Man knobelt lieber entspannt mit der Familie, als vor dem Fernseher oder dem Smartphone zu versacken. Doch wie wirkt sich dieser Trend auf die Spielewelt aus?

Eine Familie beim Brettspiel
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Was wir gerade dringend suchen ist Ablenkung. Was eignet sich da besser als ein Brettspiel? Das dachte sich viele Kunden und deshalb standen einige vor leeren Spieleregalen. Der neue Zeitvertreib hat sich bei den Herstellern bemerkbar gemacht. Diese mussten ihre Produktion deutlich hochfahren und haben in den ersten 9 Monaten von 2020 3,4 Prozent mehr produziert, als im Vorjahr wie das statistische Bundesamt mitteilte. Und trotzdem kam es in der Branche aufgrund der hohen Nachfrage und der allgemeinen Situationen zu Engpässen und Lieferverzögerungen.

Anstieg der Verkaufszahlen schon in den Vorjahren

Aber nicht nur während der Corona-Zeit, auch schon in den Vorjahren gingen die Absätze für Spiele nach oben. Denn in Deutschland verkaufen sich Puzzle, Brettspiele und Karten seit Jahren super: Waren es im Jahr 2016 und 2017 noch eine halbe Milliarde Euro, ist die Zahl 2019 schon auf 600 Millionen geklettert. Deutschland ist ein Spieleland, Corona hat den diesen Trend noch einen zusätzlichen Schub gegeben. Vor allem junge Erwachsene und Familien sehen Spiele als idealen Zeitvertreib.  Eine Umfrage des Allensbacher Institutes hat ergeben, dass rund 33 Millionen Deutsche zumindest ab und zu und rund 5,6 Millionen sogar regelmäßig spielen.

Comeback für die Klassiker

Eine Frau spiel ein Brettspiel
Bildrechte: Spielwarenmesse eG / Foto: Alex Schelbert

Spiele-Liebhaber greifen vor allem zu den Evergreens, wie „Kniffel“ oder „Monopoly“, die durch Neuauflagen ein neues Spielgefühl vermitteln. Die Klassiker wecken ein heimeliges Gefühl und die ein oder andere Kindheitserinnerung, weswegen viele bei einem Spieleabend das Altbekannte wählen. Aber auch kooperative Spiele wie „Exit“-Games sind hoch im Kurs.

Gesellschaftsspiele als Entspannung

Sehr stark nahm vor allem der Kauf von Spielen für Erwachsene zu, laut dem Verband der Spieleverlage um etwa 30 Prozent. Besonders beliebt zur Entschleunigung sind Puzzle, diese waren teilweise online und in den Geschäften ausverkauft.

Spielen ist ein gutes Therapiemittel gegen die Langeweile.

Vorsitzende des Spieleverlage e.V., Hermann Hutter

Neuer Trend beim Puzzlen, die sogenannten Krypto-Puzzle, diese sind komplett einfarbig und können nur anhand der Aussparung gelöst werden. Mehr als doppelt so viel verkauften sich im letzten Jahr die Erwachsenenpuzzle.

Auch die Gaming-Branche erfährt einen Boom

Aber nicht nur die klassischen Brettspiele, sondern auch PC- und Konsolenspiele profitieren vom Zuhausebleiben. Die PlayStation 5 hat zum Release einen riesigen Hype erfahren, auch Konsolen wie die Nintendo Switch waren vergriffen. Einzelne Spieletitel wie das Fitnessspiel von Nintendo „Ring Fit“ waren schon zum ersten Lockdown ausverkauft. Auch jetzt ist es schwer an das Spiel heranzukommen, Lockdown plus anhaltende Neujahresvorsätze, haben viele zum Kauf animiert.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 22. Januar 2021 | 14:10 Uhr

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