Kind mit Smartphone
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Bitkom-Studie: Kindheit in der digitalen Welt

28.05.2019 | 13:55

Schon ab sechs Jahren gehört das Smartphone für viele Kinder zum Alltag. Dabei nutzen sie es weniger zum Telefonieren. Es durchdringt alle Lebensbereiche.

Kind mit Smartphone
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Die Kindheit wird digital. Die Kindheit wird mobil. Das zeigt eine Studie des Digitalverbands Bitkom. Die Wissenschaftler haben mehr als 900 Kinder ab sechs Jahren befragt: Wie nutzt du das Internet? Welche Rolle spielt das Smartphone dabei? Und wie gehst du damit um?

Ab sechs Jahren nutzen die Kinder Smartphones

Das Ergebnis: Schon ab sechs Jahren nutzt mehr als die Hälfte aller Kinder ein Smartphone. 54 Prozent der Sechs- und Siebenjährigen nutzen Handy oder Tablet zumindest gelegentlich. 40 Prozent von ihnen sind zudem bereits online. Ab 12 Jahren sind es dann fast alle - und ab zehn Jahren besitzt die überwiegende Mehrheit, nämlich 75 Prozent, auch ein eigenes Smartphone. Vor fünf Jahren waren es nur 20 Prozent in dieser Altersgruppe.

Laut Digitalverband sei das eine strukturelle Entwicklung. Je mehr Menschen in der Gesellschaft Smartphone und Internet nutzen, desto mehr und eher werden auch Kinder damit in Kontakt kommen.

Smartphones lassen sich aus der Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen nicht mehr wegdenken.

Achim Berg, Bitkom-Präsident

Wichtigster sozialer Treffpunkt: Online-Plattformen

Zwei Jugendliche sitzen auf einer Treppe und schauen in ihre Smartphones
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Die meisten Kinder und Jugendlichen nutzen ihr Smartphone weit über die Telefonie hinaus. 88 Prozent der 10- bis 18-Jährigen streamen Musik, 87 Prozent sehen Videos. Sie nutzen das Handy für Fotos, drehen eigene Videos und sie sind in den sozialen Netzwerken aktiv. Sechs von zehn nutzen diese über das Smartphone. Online-Plattformen seien der wichtigste soziale Treffpunkt für Jugendliche, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. Je nach Altersgruppe nutzen sie allerdings andere Plattformen: Die Jüngeren teilen kurze Musikvideo-Clips auf TikTok. Ab dem 12. Lebensjahr dominiert die Foto-Plattform Instagram. Ab 12 Jahren sind hier 44 Prozent der Jugendlichen vertreten, zwischen 16- und 18 Jahren sind es bereits 73 Prozent. Facebook oder Twitter spielen nur noch eine untergeordnete Rolle. Das Internet nutzen die meisten Jugendlichen außerdem, um sich Informationen zu beschaffen.

Jugendliche sind verantwortungsbewusst

Die meisten Jugendlichen zeigen sich dabei verantwortungsbewusst. 67 Prozent der Befragten haben angegeben, darauf zu achten welche Informationen sie über sich selbst ins Netz stellen.

Kind mit Smartphone
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58 Prozent achten darauf, welche Informationen allgemein von ihnen im Netz sichtbar sind. 66 Prozent geben an, ihr Wissen erweitert zu haben. Nur wenige glauben jedoch, dadurch ihre Leistungen in der Schule verbessert zu haben. Allerdings: 41 Prozent geben auch an, negative Erfahrungen im Netz gemacht zu haben. Das beinhaltet Beleidigungen oder Mobbing, dass Lügen über sie verbreitet wurden oder dass sie Inhalte gesehen haben, die ihnen Angst gemacht haben.

Der Digitalverband Bitkom fordert deswegen, Medien- und Internetkompetenz fest in den Lehrplänen der Schulen zu verankern. Kinder "sollten frühzeitig lernen, kompetent mit den Geräten umzugehen und sich sicher im Internet zu bewegen." Zusätzlich sollten auch die Eltern das Kind dabei begleiten, Schutzräume einrichten und über Gefahren aufklären.

So können Erwachsene Kindern in der digitalen Welt helfen

Die Bitkom gibt Hinweise, wie Erwachsene Kinder und Jugendliche unterstützen können. In drei Altersabschnitten sollten Heranwachsende aktiv begleitet, nur eingeschränkt kontrolliert und mit Internetkompetenz unterstützt werden.

Alter Hilfe
Unter 8 Jahre Aktiv begleiten

- Geräte und Medien gemeinsam nutzen

- Geeignete Inhalte auswählen

- Informieren, was altersgerecht und qualitativ hochwertig ist
8 - 12 Jahre Kontrolliert loslassen

- Geschützte Surfräume nutzen

- Über Gefahren im Internet sprechen
12 - 18 Jahre Kompetent unterstützen

- Generell: Internetkompetenz vermitteln

- Eigene Privatsphäre schützen und die von anderen achten

- Vor illigalen Downloads und Abmahnungen schützen

- Gefahren abwenden (Pornografie und Gewalt thematisieren)

- Umgang mit Mobbing und sexueller Anmache besprechen

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Abend - Die Themen des Tages | 28. Mai 2019 | 19:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Mai 2019, 13:45 Uhr

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