Jetzt noch mal ganz voll tanken: Spritpreise steigen im neuen Jahr kräftig an

Die Preise an den Tankstellen gingen wegen der Corona-Krise steil nach unten. Doch für Benzin und Diesel gilt ab Anfang 2021 eine CO2-Steuer und die Mehrwertsteuer steigt auch wieder.

Tankstelle am Kurfürstendamm in Berlin bei Nacht Anfang Dezember 2020.
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Die Dieselpreise gingen bis fast zur Ein-Euro-Marke runter, Benzin gab es zum Teil für 1,15 Euro: 2020 war laut ADAC das günstigste Tankjahr für Autofahrer seit langem. In der Corona-Krise sank die Nachfrage nach Erdöl, Rohstoffproduzenten lieferten sich dazu noch Preiskriege. Doch mit den günstigen Spritpreisen könnte es mit dem Jahresanfang vorbei sein.

Vor Silvester besser nochmal tanken

Wer zu Weihnachten und danach fahren muss, kann dabei auch gleich einen Abstecher zur Tankstelle machen. Noch sind die Preise recht niedrig, auch weil viele in diesem Jahr auf Reisen zum Fest verzichten. Anfang 2021 gehen die Spritpreise aber spürbar nach oben, so der ADAC. Zum einen läuft die Absenkung der Mehrwertsteuer aus. Damit wollte die Bundesregierung die Konjunktur ankurbeln. Die Tankstellen haben die Senkung in diesem Jahr aus Sicht von Ökonomen zwar nicht komplett an die Kunden weitergegeben. Die Preise für Benzin und Diesel sanken trotzdem um ein paar Cent pro Liter und könnten entsprechend wieder steigen. Zum anderen wird ab Januar ein Preis für CO2-Emmissionen erhoben. Johannes Boos vom ADAC sagte MDR JUMP:

Johannes Boos vom ADAC
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Das Benzin und Diesel teurer werden, legt am Gesetz für den Klimaschutz. Dadurch sollen fossile Kraftstoffe weniger attraktiv und der Umstieg auf klimafreundliche Alternativen angeregt werden. Benzin wird um etwa sieben Cent pro Liter teurer, Diesel um acht Cent. Und in den nächsten Jahren geht der Preis nochmals nach oben.

Pro Tonne CO2, die beim Verbrennen von Diesel, Benzin oder auch Heizöl entsteht, zahlen die verkaufenden Unternehmen wie Raffinerien 25 Euro an den Staat. Die Preise werden an die Kunden weitergegeben. Mit den Einnahmen sollen unter anderem Klimaschutz-Maßnahmen finanziert werden.

Check zum Jahresende: Deutlich weniger gefahren als sonst?

Autofahrer nimmt einen Unfall für die Versicherung auf (Symbolfoto)
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Abgesagte Urlaube, Homeoffice für viele, Ausgangsbeschränkungen: In der Corona-Pandemie sind viele deutlich weniger gefahren als in den Jahren zuvor. Das könnte Auswirkungen auf die Prämien für die Kasko-Versicherung und die Haftpflicht haben. Denn die werden auch danach berechnet, wie viel Kilometer ein Fahrzeug im Jahr zurücklegt. Vielfahrer zahlen in der Regel deutlich mehr. Bei ihnen ist das Risiko eines Unfalls einfach höher. Deshalb sollten Autofahrer jetzt im Versicherungsvertrag nachsehen, welche durchschnittliche Kilometerleistung vereinbart wurde und wie viel wirklich auf dem Tacho steht. Einige Versicherungen wie HUK Coburg oder Allianz hatten bereits im Frühling signalisiert, ihren Kunden am Jahresende eine Erstattung zu überweisen. Andere Versicherungen wie die R+V-Versicherung haben das auf Nachfrage schon gemacht. Die meisten Versicherungen wollten aber erst am Jahresende entscheiden. Autofahrer sollten daher spätestens zum Jahresende melden, wenn die Kilometerleistung deutlich niedriger ist. Das hat auch Auswirkungen auf die Versicherungsprämien für 2021.

Das ändert sich für Autofahrer 2021 außerdem noch

Für Autos mit hohem Spritverbrauch steigt ab 2021 die KFZ-Steuer. Auch das ist ein Teil des Klimapakets, das im Oktober vom Bundesrat gebilligt wurde.

Je mehr der CO2-Ausstoß eines Autos über dem Wert von 95 Gramm pro Kilometer liegt, desto höher ist der Steuersatz. In der Regel geht es um einige Euro, die es hier teuer wird. Die Neuregelung betrifft vor allem SUV und Sportwagen. Aber nur Fahrzeuge, die ab dem neuen Jahr zugelassen werden.

Für bereits zugelassene Autos bleibt die Steuer auf demselben Stand wie bisher. Sinkende Preise erwartet der ADAC dagegen bei einigen Ersatzteilen für Autos.

Autohersteller hatten bisher ein Monopol auf sichtbare Ersatzteile wie die Karosserie oder Scheinwerfer. Wegen des Designschutzes. Sie konnten also verhindern, dass Dritte diese Teile nachbauen.

Im September hatte der Bundestag die sogenannte "Reparaturklausel" ins Designrecht aufgenommen. Freie Ersatzteilhändler können ab 2021 nicht mehr dran gehindert werden, auch sichtbare Autoteile anzubieten und dafür niedrigere Preise aufzurufen. Verbraucherschützer hatten die Regelung aber als nicht weitgehend genug kritisiert. Ein Bestandsschutz könnte dazu führen, dass nur Fahrer älterer Autos von mehr Wettbewerb bei den Ersatzteilen profitieren.

Mit Material der Nachrichtenagentur dpa.

Dieses Thema im Programm DIE MDR JUMP MORNINGSHOW | 29. Dezember 2020 | 06:10 Uhr

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