Benzin- und Dieselpreise: Wie lange steigen sie noch so stark?

In den letzten vier Monaten sind die Spritpreise an den Tankstellen um mehr als 30 Cent nach oben geklettert. Sie sind damit so hoch wie zuletzt 2019. Und die Preise könnten weiter steigen.

Autos an einer Tankstelle der Avia-International
Bildrechte: IMAGO / Manfred Segerer

Beim Blick auf die Preisanzeigen der Tankstellen zucken Autofahrer in diesen Tagen ganz automatisch zusammen: Der Liter Super kostete am Donnerstagmorgen teilweise über 1,50 Euro, bei Diesel waren es fast 1,40 Euro. Das sind gewaltige Preissprünge in den letzten Monaten, wie ein aktueller Vergleich des ADAC zeigt.

Kraftstoffpreise im Wochenvergleich des ADAC
Bildrechte: ©ADAC

In der Grafik des ADAC ist deutlich der heftige Preissprung am Jahresanfang sichtbar. Der Sprecher des Autoclubs Andreas Hölzel sagte MDR JUMP:

ADAC-Unternehmenssprecher Andreas Hölzel
Bildrechte: ADAC/David Klein

Auf beide Kraftstoffsorten fällt seit dem 1. Januar eine CO2-Abgabe an. Bei Benzin macht das etwa sieben Cent mehr aus je Liter, bei Diesel acht Cent. Nicht zu vergessen ist die Wiedereinführung der alten Mehrwertsteuer auf 19 Prozent. Die war coronabedingt für einige Monate auf 16 Prozent abgesenkt.

Aktuell gingen die Spritpreise immer weiter nach oben, weil sie sich am Ölpreis orientieren.

Der ist seit Jahresbeginn um rund 17 Dollar gestiegen und liegt aktuell bei 68 Dollar je Barrel Brent.

Laut ADAC lässt sich derzeit nicht sagen, ob die Spritpreise so weiter steigen wie bisher und wann Autofahrer wieder mit günstigeren Preisen rechnen können. Die Organisation erdölexportierender Länder (kurz: OPEC) lässt derzeit etwas weniger fördern. Gleichzeitig sind die Öl-Reserven der USA zuletzt nach Aussage von Markt-Experten kleiner geworden. Beides könnte den Preis für die Kraftstoffe weiter treiben. Offen ist auch, wie sich Lockerungen oder ein Ende des Corona-Lockdowns auswirken. Wenn dann noch mehr Autos als jetzt fahren, könnten Benzin und Diesel nochmal teurer werden.

Preissprünge von zehn Cent und mehr im Tagesverlauf

In kostenlosen Preisvergleichs-Apps wie Clever Tanken, ADAC Spritpreise, TankenApp oder Mehr-Tanken lässt sich leicht nachverfolgen, zu welchen Zeiten die Preise für Super und Diesel nach oben oder nach unten gehen. So sind im Laufe eines Tages Preissprünge von mehr als zehn Cent möglich. Laut ADAC ist aktuell Tanken in der Regel am Abend zwischen 18 und 22 Uhr am günstigsten.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 11. März 2021 | 09:00 Uhr

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