Ein Mitarbeiter eines Ablese-Unternehmens ruft die Messwerte der Heizung ab.
Bildrechte: IMAGO

Heizung ablesen Muss man zahlen, wenn man zum Termin nicht da ist?

Jedes Jahr Anfang Januar hängen die Zettel der Heizungsableser in vielen Mietshäusern. Die notieren sich, wie viel man geheizt hat. Auf den Zetteln steht meist auch, dass ein zweiter Termin kostet. Muss man wirklich zahlen, wenn man am ersten Ablesetermin nicht kann?

Ein Mitarbeiter eines Ablese-Unternehmens ruft die Messwerte der Heizung ab.
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Mieter müssen nichts bezahlen, wenn die Mitarbeiter der Ablese-Firma beim ersten, angekündigten Termin vor verschlossener Tür stehen. Darauf weisen die Mietervereine immer wieder hin. Diese Regel gilt auch dann, wenn die Ablesefirma auf der Ankündigung Kosten geltend macht. Meist sind das 30 bis 60 Euro.

Kein Recht auf Wunschtermin

Sind Mieter beim ersten Mal verhindert, muss das Ableseunternehmen einen zweiten Termin anbieten. Auch der muss zeitig genug angekündigt werden, also mindestens eine Woche vorher. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, kann auch bei dem Unternehmen anrufen und einen gemeinsamen Termin vereinbaren. Allerdings sind die Ableser nicht verpflichtet, zu einer gewünschten Zeit in die Wohnung zu kommen.

Selber ablesen meist nicht möglich

Einige Vermieter sind so nett und erlauben ihren Mietern, die Zählerstände selbst abzulesen und an die Ablesefirma zu mailen. Das ist aber immer ein Entgegenkommen. Grundsätzlich seien Mieter verpflichtet, dem beauftragten Unternehmen das Ablesen zu ermöglichen. Darauf weisen Mietrechtsexperten hin. Reagiert jemand gar nicht und lässt alle angebotenen Termine verstreichen, darf der Vermieter die Heizkosten schätzen. Basis dafür sind die Zahlen vom Vorjahr.

Was gilt für smarte Heizungsregler?

Inzwischen lassen sich auch Heizungen aus der Ferne mit dem Smartphone steuern. Solche Systeme kosten ab 200 Euro aufwärts, sollen dafür die Heizkosten drastisch reduzieren. Vereinfacht gesagt wird dabei der gewohnte Drehregler der Heizung gegen ein intelligenteres Modell getauscht. Max Wiesmüller von Computerbild:

In den neuen Heizungssteuerungen sind dann eine oder mehrere Batterien drin und ein kleines Stellgetriebe. Das dreht dann den Regler der Heizung in die richtige Position.

Damit können Mieter aus der Ferne die Heizung so regeln, dass die Temperatur nur zu den wichtigen Zeiten hochgeregelt wird. Der smarte Drehregler hat aber nichts mit den Messgeräten fürs Ablesen zu tun. Um Mietern den oft lästigen Termin zu ersparen, muss der Vermieter ein Messgerät mit Funksystem einbauen. Das haben erst wenige gemacht. Ein Grund dafür laut Verbraucherzentralen: Die Kosten für die Ablesefirma zahlen die Mieter über die Nebenkosten.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Nachmittag | 09. Januar 2018 | 15:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Januar 2018, 15:00 Uhr

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