Die Hauptangeklagte im NSU-Prozess Beate Zschäpe neben ihrem Anwalt Mathias Grasel
Bildrechte: imago/Sebastian Widmann

Fünf Jahre Die wichtigsten Fakten zum NSU-Prozess

Am Dienstag beginnen wohl die letzten Verhandlungstage im NSU-Prozess. Über fünf Jahre wurde in München verhandelt, an 400 Tagen. Der Prozess hat bisher 56 Millionen Euro gekostet. Das sind die wichtigsten Fakten zum Mammutverfahren.

Die Hauptangeklagte im NSU-Prozess Beate Zschäpe neben ihrem Anwalt Mathias Grasel
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Der Verhandlungstag am Dienstag wird so beginnen wie alle 400 vorher. Beate Zschäpe und Ralf Wohlleben werden vom Gefängnis Stadelheim ins sieben Kilometer entfernte Oberlandesgericht in München gefahren. Mit einer streng bewachten Kolonne von Bussen und Einsatzfahrzeugen. Im Schwurgerichtssaal geht dann gegen 9.30 Uhr die Tür hinter der Richterbank auf und der Vorsitzende Richter Manfred Götzel beginnt mit dem einem „Guten Morgen“ den Prozesstag. Der ist einer der womöglich letzten Verhandlungstage im Mammutprozess gegen Beate Zschäpe und vier mutmaßliche NSU-Terrorhelfer.

Mehr als hundert Menschen am Prozess beteiligt

Fünf Angeklagte stehen vor Gericht, darunter Beate Zschäpe und der frühere stellvertretende Vorsitzende der NPD-Thüringen, Ralf Wohlleben. Sie werden von fast 20 Anwälten verteidigt. Die Hauptangeklagte Beate Zschäpe hat allein fünf Verteidiger, nachdem sie sich im Laufe des Verfahrens von gleich drei Pflichtverteidigern distanzierte. Den Verteidigern stehen vier Ankläger der Bundesanwaltschaft gegenüber. Ob die Angeklagten schuldig sind und welche Strafen sie dafür bekommen, entscheiden fünf Richter unter dem Vorsitzenden Manfred Götzl. Die Richter hatten am Anfang drei Ergänzungsrichter, zwei von ihnen sind aber in der langen Prozesszeit ausgeschieden. Beim NSU-Prozess sind mehr als 70 Nebenkläger zugelassen. Darunter sind auch Angehörige der Mordopfer.

400 Tage vor Gericht

  • 488 Seiten dick ist die Anklageschrift.  
  • Beate Zschäpe ist laut Bundesanwaltschaft schuldig an zehn Morden, über 30 versuchten Morden, drei Sprengstoffanschlägen und 15 Banküberfällen.
  • 600 Zeugen wurden vom Gericht gehört: Polizisten, Angehörige der Opfer und Rechtsextremisten.
  • 42 Gutachter lieferten Einschätzungen: Beispielsweise zur psychischen Verfassung der Angeklagten und den bei den Morden verwendeten Waffen.
  • Knapp 300.000 Ermittlungsakten gibt es, gesammelt in 600 Ordnern.

Extragroßer Verhandlungssaal

Rund 250 Menschen haben Platz im Schwurgerichtssaal des Münchner Oberlandesgerichts. Der wurde für den Prozess extra umgebaut. Im Saal haben auch 50 Journalisten einen reservierten Platz. Mehr als 120 Medien hatten sich für den NSU-Prozess angemeldet. Der kostet pro Verhandlungstag rund 150.000 Euro. Die Gesamtkosten für den Prozess sind inzwischen auf 56 Millionen Euro gestiegen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Abend - Die Themen des Tages | 08. Januar 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Januar 2018, 14:00 Uhr

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