Symbolbild: Gaffer bei einem Unfall
Bildrechte: Imago

Schaulustige Emotionaler Kurzfilm gegen Gaffer wird Internet-Hit

Gaffern behindern Polizei und Feuerwehr, stören die Rettungsarbeiten und sorgen für kilometerlange Staus. Selbst härtere Strafen können Schaulustige nicht davon abhalten, Unfälle zu filmen oder zu fotografieren. Ein Schock-Video von jungen Filmstudenten soll jetzt Gaffer wachrütteln. Der Clip wurde schon mehr als vier Millionen Mal angesehen.

Symbolbild: Gaffer bei einem Unfall
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Drei junge Menschen kommen auf dem Heimweg aus dem Urlaub an einem Unfall vorbei. Sie steigen aus, machen Selfies am Feuerwehrauto und direkt vor dem verbrannten Unfall-Opfer. Als Feuerwehrleute sie vom Gaffen abhalten wollen, werden die drei sauer. Doch als einer von ihnen ein Foto vom Crash an seine Mutter schicken will, machen die drei eine schreckliche Entdeckung.

Hier seht Ihr den Kurzfilm "Schaulustige - Sei kein Gaffer":

Die junge Osnabrücker Studentin Elena Walter hat den emotionalen Vier-Minuten-Film gemeinsam mit anderen Nachwuchsfilmern gedreht. Für ihr Projekt „Schaulustige - Sei kein Gaffer“ haben die drei unter anderem mit der Freiwilligen Feuerwehr Osnabrück zusammengearbeitet. Ihr Video steht seit kurz vor Weihnachten im Internet. Seitdem wurde es ungezählte Male geteilt und auf verschiedenen Plattformen mehr als vier Millionen Mal angesehen. Die enorme Resonanz hat die Filmemacher überrascht. Sie sagten der ARD:

Wir wünschen uns, dass der Film möglichst viele Menschen hinsichtlich des eigenen Verhaltens bei Unfällen beziehungsweise Rettungseinsätzen zum Nachdenken anregt.

Zahlreiche Nutzer kommentierten schon bei YouTube, dass der Film „wachrüttelt“. Vielleicht bringt der Film damit mehr als die härteren Strafen, die bisher schon gelten. Reines ‚Gaffen‘ kann als Ordnungswidrigkeit mit bis zu 1.000 Euro Strafe geahndet werden. Wer zu einem Unfallort kommt und statt zu helfen das Smartphone zückt, muss sogar mit einer Freiheitsstrafe rechnen. Doch Retter und Polizei haben meist alle Hände voll zu tun, Unfallopfer zu bergen und den Verkehr vorbeizuleiten. Einige Bundesländer setzen zudem auf mobile Sichtschutzwände, um Schaulustige abzuhalten. Trotzdem gab es auch im Dezember immer wieder Gaffer-Fälle, die deutschlandweit für Aufsehen sorgten. In einem besonders krassen Fall auf der A4 an Heiligabend stoppte ein Audi-Fahrer extra auf dem Standstreifen und beobachtete von dort die Rettungsarbeiten nach einem schlimmen Unfall. Eine Familie war auf dem Weg in die Weihnachtsferien verunglückt, ein kleiner Junge wurde aus dem Auto geschleudert und starb.

Debatte übers Gaffen

Im besten Fall stößt ihr Film eine Debatte übers Gaffen an, hoffen die drei Macher. Sie betreiben gemeinsam die Produktionsfirma Blickfänger und sagten der ARD:

Die Frage ist, wo überhaupt die Grenzen liegen und damit meinen wir nicht nur die rechtlichen, sondern vor allem auch die moralischen. Beispielsweise ist die Neugierde der Protagonisten zu Beginn des Filmes aus unserer Sicht durchaus nicht verwerflich, ihr weiterer Umgang mit dem Geschehen dann aber schon.

Im Internet zumindest wird der Film schon heftig diskutiert.

Auf ihr Facebook-Profil haben die Filmemacher unter anderem auch Hintergrundmaterial vom Dreh gestellt:

Zuletzt aktualisiert: 13. Dezember 2017, 14:00 Uhr

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