Baukindergeld - Wer bekommt was

aktualisiert am 18.12.2018 | 11:00 Uhr

Es klingt so gut: Geld vom Staat für die eigenen vier Wände. Die Rede ist vom Baukindergeld. Hier erfährst Du, was Du tun musst um an das Geld zu kommen.

Eine junge Familie sitzt vor Umzugskarton in einer Wohnung
Bildrechte: IMAGO/Westend61

Den Wunsch von den eigenen vier Wänden haben die meisten: Nach einer Umfrage sparen drei von vier Deutschen für eine Immobilie. Knapp 50 Prozent der Bundesbürger ist es wichtig oder sehr wichtig ein eigenes Haus zu haben. Helfen soll dabei das Baukindergeld.

Seit drei Monaten kann das Baukindergeld beantragt werden. Die meisten Anträge in Mitteldeutschland wurden in Sachsen gestellt - bundesweit gab es knapp 48.000 Anträge.

Wie viel darf man verdienen, um das Baukindergeld zu bekommen?

Die Einkommensgrenze liegt weiterhin bei 75 000 Euro zu versteuerndem Haushaltseinkommen plus 15 000 Euro Freigrenze pro Kind, also 90 000 Euro bei einem und 105 000 Euro bei zwei Kindern.

Mit welchen Summen können Familien rechnen?

Familien bekommen für den Kauf einer Wohnung oder den Bau eines Hauses 1200 Euro pro Kind und Jahr - über zehn Jahre - also 24 000 Euro bei zwei Kindern. Die Kinder müssen unter 18 sein und Zuhause wohnen. Nach dem Einzug muss dafür eine Meldebestätigung vorgelegt werden.

Wo kann ich den Antrag stellen?

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau ist für die Bearbeitung der Anträge zuständig.

Für wen lohnt sich das Baukindergeld?

Die Förderung bekommen nur die, die auch finanziell in der Lage sind Wohneigentum zu erwerben. Oliver Holtemöller ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Uni Halle und stellvertretender Präsident des Leibnitz-Institut für Wirtschaftsforschung in Halle im MDR JUMP-Interview:

Das richtet sich an eine Bevölkerungsgruppe die überdurchschnittlich verdient und damit tendenziell an Reiche und nicht an die armen Menschen.

Für Holtemöller sind die Regelungen zum Baukindergeld zu unscharf. Erstens würden damit wohl auch Familien gefördert, die gar nicht bedürftig sind. Bedeutet: Das Steuergeld werde uneffektiv eingesetzt. Außerdem befürchten Holtemöller, dass das Baukindergeld nicht zu mehr Wohnraum in Deutschland führen wird - sondern zu höheren Preisen auf dem Bau.

Wenn Sie sich die Kapazitätsauslastungen auf dem Bau anschauen und wie lange es schon jetzt dauert, bis Sie einen Handwerker oder eine Firma bekommen, dann ist zu vermuten, dass dieses zusätzliche Geld die Baupreise weiter steigen lässt.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 15. Juli 2018 | 15:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Juli 2018, 14:18 Uhr

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