Menschen biem Baden in einem Fluss
Bildrechte: MDR/Steffi Hammer

Baden in Flüssen ist lebensgefährlich

09.07.2018 | 12:53 Uhr

Die Badeseen und die Freibäder sind gut besucht. Aber was ist eigentlich mit den Flüssen? In Elbe, Mulde oder Saale könnte man sich doch auch prima abkühlen. Die DLRG hält das für keine gute Idee. Besondere Gefahren lauern bei Niedrigwasser.

Menschen biem Baden in einem Fluss
Bildrechte: MDR/Steffi Hammer

Viele unterschätzen die Gefahr, der sie sich beim Baden im Fluss aussetzen, erzählt Sebastian Knabe von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft. Ein Fluss könne zwar oberflächlich ruhig dahinfließen, aber neben der Oberströmung gibt es auch eine Unterströmung, die so erstmal nicht sichtbar ist. Auch Strudel und Wasserwalzen sind auf den ersten Blick nicht sichtbar.

Sebastian Knabe rät deswegen vom Bad im Fluss ab. Maximal bis zu den Knien ins Wasser gehen sei okay, erzählt er.

Es kommt natürlich auf die Strömungsverhältnisse an, aber wenn man hüfttief im Wasser steht, kann es schon sein, dass man dem Wasser so eine große Angriffsfläche bietet, dass man mitgerissen wird.

Wenn es doch unbedingt sein muss, dann sollte man an geschützteren Stellen ins Wasser gehen. Kinder sollten nach Einschätzung der DLRG sogar grundsätzlich nicht in Flüssen baden.

Nicht gegen die Strömung schwimmen

Sebastian Knabe, Landesverbandsgeschäftsführer der DLRG Sachsen
Sebastian Knabe, Landesverbandsgeschäftsführer der DLRG Sachsen Bildrechte: Sebastian Knabe

Wenn es hart auf hart kommt und man doch mitgerissen wird, dann sollte man vor allem nicht in Panik verfallen, erzählt Sebastian Knabe weiter. Stattdessen soll man einfach mit der Strömung mitschwimmen und versuchen, in einem Winkel von etwa 30 bis 45 Grad zum Ufer zu gelangen.

Gegen die Strömung schwimmen sei keine gute Idee, erklärt Knabe weiter. Das würde zu viel Kraft kosten und schlimmstenfalls zu Krämpfen führen. In der Elbe sei die Strömung zum Beispiel so stark, dass man gut 1.000 Meter weiter flussabwärts aus dem Wasser kommt, wenn man sie durchschwimmen will.

Das Fazit von Sebastian Knabe ist also klar:

Ich würde eher dazu raten, dass man an den See geht.

Besondere Gefahren bei Niedrigwasser

Gerade wenn der Wasserstand in Flüssen niedrig ist, sollte man beim Baden noch vorsichtiger sein, sagt der Einsatzleiter von der DLRG Sachsen-Anhalt im MDR JUMP-Interview:

Bei Niedrigwasser in Flüssen unterschätzen die Menschen häufig die Gefahren.

Das Problem: Vertiefungen im Flussbett können leicht übersehen werden. Gerade Kinder seien da besondes gefährdet, denn die würden in Löcher an Flussgrund treten und könnten dabei ertrinken.

Die Elbe in Magdeburg mit Niedrigwasser
Auch bei wenig Wasser kann das Baden in Flüssen gefährlich sein. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß

Bei wenig Wasser im Flussbett, denken die Leute oft, dass das ungefährlich ist. Das Gegenteil ist aber der Fall: Die Fließgeschwindigkeit des Wassers kann unter Umständen sogar noch zunehmen. Damit steigt die Gefahr, dass Badegäste abgetrieben werden. Oder, im schlimmsten Fall, von einer Strömung unter Wasser gezogen werden.

Ins Wasser gehen sollte man nur dort, wo Badestellen am Fluss offiziell geduldet werden. Und man sollte einiges beachten: möglichst nah am Ufer bleiben, bloß nicht in die Fahrrinne schwimmen, von Brücken und Hafeneinfahrten fern bleiben und seine eigenen Kräfte auf keinen Fall überschätzen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Mittag | 09. Juli 2018 | 12:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Juli 2018, 12:53 Uhr

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