Ava Max
Bildrechte: Warner Music/Lauren Dunn

Ava Max und ihr Kampf mit Depressionen: "Ich dachte, ich sterbe"

02.10.2019 | 13:15 Uhr

Circa 350 Millionen Menschen leiden weltweit unter einer Depression. Immer wieder machen auch Promis ihre Erkrankung öffentlich. Auch Sängerin Ava Max hatte mit Depression und Panikattacken zu kämpfen, wie sie MDR JUMP im Interview verrät.

Ava Max
Bildrechte: Warner Music/Lauren Dunn

"Bis zum Jahr 2020 werden Depressionen laut Weltgesundheitsorganisation weltweit die zweithäufigste Volkskrankheit sein", informiert das Bundesministerium für Gesundheit auf seiner Website.

Sängerin Ava Max ("Sweet but Psycho", "So Am I") erzählt, dass bei ihr die Krankheit nach dem Tod ihrer Großmutter auftrat:

Sie hatte mich großgezogen bis ich 10 Jahre alt war. Ich habe sie sehr vermisst, aber das Ausmaß ihres Todes habe ich erst ein paar Monate später realisiert. Sie starb im September und die Depression kroch ganz langsam in mir hoch. Erst als sie an Weihnachten fehlte, platzte es aus mir raus. Ich wachte morgens auf und mein ganzer Körper zitterte. Mein Herz schlug so stark, dass ich dachte, ich sterbe.

Ava Max kommt ins Krankenhaus und erfährt da: Sie hat keine Herzattacke, ihrem Herzen geht es gut, sie hat eine Panikattacke.

Es ist so wichtig, die Gefühle, die in einem hochkriechen wahrzunehmen. Ich konnte das Krankenhaus nicht verlassen, weil mein Herz jedes Mal wieder anfing, wie wild zu pochen. Sie sagten mir, dass ich unter Angstzuständen und einer Depression litt und dass ich unbedingt mentale Hilfe brauchte.

Professionelle Hilfe ist wichtig

In Deutschland ist oft das Problem, dass Patienten lange auf einen Facharzttermin warten müssen. Gerade bei akuten Problemen eine Katastrophe. Die Krankheit sei so tückisch, weil man sie erst bemerke, wenn man zusammenbreche, erzählt Ava Max von ihren Erfahrungen: "Du weißt nicht, dass du es hast, bis du eines Tag heulend auf dem Boden liegst."

Ava Max hat mittlerweile einen Weg gefunden, wie sie sich in schlechten Momenten helfen kann, damit sie möglichst nicht noch mal in so ein tiefes Loch fällt. Sie möchte über die Krankheit aufklären und anderen Mut machen:

Nach meiner Erfahrung hilft es, Sport zu machen. Da kommt auch der Kopf ins Schwitzen und man kommt auf andere Gedanken. Generell ist jedes Hobby ein gutes Ventil, zum Beispiel Malen. Macht irgendetwas! Geht aus dem Haus! Wenn ich zu lange in der Wohnung oder im Hotel sitze, werde ich depressiv. Geht in die Sonne und trefft Menschen und behaltet nicht all eure Sorgen für Euch. Sprecht darüber!


Du hast Selbsttötungsgedanken oder eine persönlichen Krise? Die Telefonseelsorge hilft dir rund um die Uhr: 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222. Der Anruf ist anonym und taucht nicht im Einzelverbindungsnachweis auf. Auf der Webseite www.telefonseelsorge.de findest du weitere Hilfsangebote, zum Beispiel per E-Mail oder im Chat.


Ava Max gab uns auch im März schon ein Interview über ihren Hit „Sweet But Psycho“, die fehlenden Eltern in ihrer Kindheit und sprach auch da über ihre Panikattacken.

Ava Max im MDR JUMP Interview 10 min
Bildrechte: MDR JUMP

MDR JUMP Mi 06.03.2019 14:26Uhr 10:18 min

https://www.jumpradio.de/musik/star/ava-max-kindheit-ohne-eltern-panikattacke-glaube-an-gott-102.html

Rechte: MDR JUMP

Video

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Abend | 01. Oktober 2019 | 21:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Oktober 2019, 13:17 Uhr

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