Wie möchtet ihr von einem autonomen Fahrzeug gefahren werden?

20.02.2019 | 09:40 Uhr

Die Technische Universität Chemnitz forscht derzeit zu "Fahrkomfort im automatisierten Fahrzeug". Von einem autonomen Fahren sind wir in Mitteldeutschland allerdings noch "meilenweit entfernt".

Selbstfahrender, elektrisch angetriebener Kleinbus auf dem Campus Mitte des Berliner Universitätskrankenhauses Charite
Selbstfahrender, elektrisch angetriebener Kleinbus auf dem Campus Mitte des Berliner Universitätskrankenhauses Charité. Bildrechte: IMAGO/Jürgen Heinrich

Die TU Chemnitz suchte 40 Probanden für eine Studie zu autonomen Fahren. Die Fragestellung: Wie wollen wir im automatisierten Fahrzeug gefahren werden? Welchen Fahrstil bevorzugt der Passagier im Auto? Das Interesse war riesig - die Probandenplätze im Nu alle vergeben, sagt Dr.-Ing. Katharina Simon von der TU Chemnitz:

Es ist unsere Erfahrung, dass das Interesse in der Bevölkerung an diesen Themen sehr groß ist. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass sich noch ein paar mehr Frauen gemeldet hätten.

Nun wollen die Forscher rausfinden, wie sich komfortables Fahren anfühlt, wenn man nicht selbst am Steuer sitzt und ob ein automatisiertes Fahrzeug eher rasant oder langsam unterwegs sein soll.

Fahren ohne Fahrer?

Autos, die von alleine fahren, das klingt für viele noch nach Science-Fiction - und das wird so schnell auch nicht kommen, erklärt Katharina Simon:

Ein Schild mit der Aufschrift 'Automatisiertes Fahrzeug' steht während einer Präsentationin einem mit Bosch-Sensoren ausgestattetes Parkhaus in Stuttgart (Baden-Württemberg).
Bildrechte: dpa

Man muss erstmal eine Unterscheidung treffen: Wir verwenden häufig die Wörter autonom und automatisiert synonym. In der Forschung und Entwicklung trennen wir die Begriffe. Es gibt verschiedene Automatisierungsstufen und da ist das autonome Fahren - also der Fahrer wird überhaupt nicht mehr gebraucht - die höchste Stufe. Diese Fahrzeuge bräuchten noch nicht mal mehr ein Lenkrad. Das ist noch in weiter Ferne.

Gerade die Deutschen lieben das Autofahren und manch einer hat Sorge, dass er bald nicht mehr selbst fahren kann, wenn er etwas über autonomes Fahren liest. Doch so weit ist die Forschung noch nicht, beruhigt Simon: "Wir sind meilenweit davon entfernt, dass man plötzlich gar nicht mehr selbst fahren kann."

Für diese Stufe des autonomen Fahrens muss noch viel Entwicklungsarbeit geleistet werden. Auch rechtliche Fragen, zum Beispiel wer bei einem Unfall haftet, müssten geklärt werden. Realistischer seien da sogenannte Fahrerassistenzsysteme, die bestimmte Fahrfunktionen automatisiert übernehmen können, so Simon:

Diese Autos können zum Teil schon über Minuten, zum Beispiel im Stop-and-Go-Verkehr, fahren, ohne, dass der Fahrer eingreifen muss.

Der Verkehr soll sicherer werden

Ziel autonomen oder automatisierten Fahrens ist laut Katharina Simon vor allem eine erhöhte Sicherheit:

Der Faktor Mensch, der immer noch die höchste Unfallursache darstellt, wäre dann weg.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 24. Februar 2019 | 18:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Februar 2019, 09:45 Uhr

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