Stau im Sommer
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So leiden Autos und Fahrer bei Hitze nicht so sehr

zuletzt aktualisiert: 25.06.2019 | 10:47 Uhr

Blauer Himmel und die Sonne brennt von oben: Bei Sommerhitze erinnern viele Autos an Backöfen. Das ist nicht nur gefährlich, wenn Kinder oder Haustiere im parkenden Auto zurück gelassen werden. Autofahrer machen bei den hohen Temperaturen deutlich mehr Fehler. Das Unfallrisiko steigt.

Stau im Sommer
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Der Mai 2018 gehörte zu den wärmsten Monaten seit 130 Jahren. Die Hitze schon vor dem Sommerbeginn macht auch Autofahrern richtig zu schaffen. In stark aufgeheizten Autos sinkt beim Fahrer die Konzentration deutlich.

Mittagshitze meiden

An Tagen mit Temperaturen über 25 Grad steigen die Unfallzahlen deutlich an. Das zeigen Statistiken des ADAC. Sprecher Johannes Boos sagt:

Johannes Boos vom ADAC
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An solchen Tagen gibt es mehr so genannte "konzentrationsrelevante Unfälle". Die passieren, weil wir unaufmerksam sind und auf das Auto vor uns auffahren oder die Vorfahrt missachten.

Er rät daher, nachlassender Konzentration möglichst gut vorzubeugen: Autofahrer sollten viel trinken und Warnzeichen wie Kopfschmerzen oder Schwindel ernstnehmen. Der ADAC rät zudem, längere Fahrten möglichst in die Morgen- oder Abendstunden zu legen. Während der größten Mittagshitze zwischen 12 und 15 Uhr sollten Fahrer besser eine lange Pause einlegen. Die Klimaanlage sollte trotz Hitze nur vorsichtig genutzt werden. Sonst drohen Kreislaufprobleme. Ziele der Luftstrom direkt auf einzelne Körperpartien, drohen laut Automobilclub Erkältungen.

Hitzeschaden fürs Auto

Heizen sich Fahrzeuge in der prallen Sonne etwa in einem Stau oder auf einem Parkplatz extrem auf, kann auch die Technik einen Hitzeschaden erleiden. Lebenswichtige Systeme wie die ABS, ESP oder auch die Motorsteuerung können ausfallen. Selbst die Airbags könnten im Ernstfall nicht mehr auslösen. Johannes Boos sagt:

An extrem heißen Tag passiert das, was an extrem kalten Tagen auch passiert: Die Batterie geht in die Knie, wenn sie nicht mehr hundert Prozent fit ist. Das merken wir sofort an den Zahlen der Pannenhilfe, die dann nach oben schnellen.

Springt ein Fahrzeug schon bei milden Temperaturen am Morgen oder nachts nicht an, sollte die Batterie vor Hitzefahrten besser getauscht werden.

Sehr schnell sehr heiß

Der ADAC hat in einem Experiment getestet, wie schnell sich ein Auto bei Sommerhitze aufheizen kann.

Hitze im Auto
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Wir haben drei baugleiche Autos in die Sonne bei 28 Grad in die Sonne gestellt. Eines mit geschlossenen Fenstern, bei einem war ein Fenster rund fünf Zentimeter geöffnet und beim dritten waren zwei Fenster einen Spalt weit offen.

Nach einer halben Stunden herrschten in allen Autos fünfzig Grad. Dabei spielte es laut ADAC keine Rolle, ob die Fenster leicht geöffnet waren. Nach einer Stunde zeigten die Thermometer in den Fahrzeugen fast 60 Grad. Der ADAC warnt daher noch einmal dringend davor, bei den aktuellen Sommertemperaturen Kinder oder Haustiere selbst nur für wenige Minuten im Auto zu lassen.

Wenn sie Kinder oder Tiere in einem fremden Auto bei Hitze sehen, müssen sie auch handeln. Da haben Sie die Pflicht, entweder die Rettungskräfte zu informieren. Die Profis können das Auto öffnen, ohne die Scheibe einzuschlagen.

Steht das Auto auf einem Supermarktparkplatz, kann alternativ der Autobesitzer auch ausgerufen werden. Bei akuter Not müssten Helfer möglicherweise auch selbst handeln. Sie sollten aber bedenken, dass sie beim Eindrücken einer Scheibe Kinder oder Tiere im Auto verletzen können. Ob sie im Zweifelsfall für eine kaputte Scheibe aufkommen müssen, ist zudem offen. Gerichtsurteile zu dem Thema gibt’s aber bisher nicht.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Die Pendlershow | 03. Juni 2018 | 18:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Juni 2019, 10:47 Uhr

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