Aus Liebeskummer: Hat eine Astronautin die ISS angebohrt?

Gegen die amerikanische Astronautin Serena Auñón-Chancellor werden schwere Vorwürfe erhoben. Sie soll ein Loch in die Raumkapsel Sojus MS-09 gebohrt haben. Der angebliche Grund: Liebeskummer.

Sergey Prokopyev, Serena Aunon-Chancellor und Alexander Gerst
Bildrechte: imago images/ ZUMA Wire

Mit dem oder der Ex in einer Kapsel im Weltraum feststecken: Wir können uns etwas Schöneres vorstellen. NASA-Astronautin Serena Auñón-Chancellor soll das so unerträglich gefunden haben, dass sie ein Loch in die russische Raumkapsel Sojus MS-09 gebohrt hat, als sie an der Raumstation ISS angedockt war. So wollte sie angeblich schneller wieder nach Hause kommen. Die Amerikanerin war zusammen mit dem Deutschen Alexander Gerst und dem Russen Sergej Prokopjew auf der ISS.

Bericht an Behörden übergeben

Im August 2018 wurde ein 2 Millimeter großes Lochen auf der ISS entdeckt. Es konnte noch im Weltraum provisorisch abgedichtet werden. Wäre das nicht passiert, hätte die ISS innerhalb von zwei Wochen die komplette Luft verloren.

Die russische Weltraumorganisation Roskosmus sucht seitdem nach dem oder der Verantwortlichen. Und die scheint sie in Serena gefunden zu haben. Die russische Nachrichtenagentur TASS berichtet:

Ein Astronaut arbeitet außen an der Raumstation ISS:
Neuer Sonnenkollektor an der Internationalen Raumstation ISS angebracht. Bildrechte: EBU /NASA TV

Das Loch wurde in Schwerelosigkeit von einer Person gebohrt, die mit dem Design des Raumschiffs nicht vertraut ist.

Ursprünglich glaubte man, dass ein kleiner Meteorit für das Loch verantwortlich ist. Laut TASS gebe es Gerüchte, dass Serena das Loch entweder aus Liebeskummer oder wegen psychischer Probleme gebohrt habe.

Die russische Raumfahrtagentur hat ihren Untersuchungsbericht des Vorfalls an die Strafverfolgungsbehörden übergeben. Diese müssen nun entscheiden, ob sie Anklage gegen die US-Astronautin erheben.

NASA steht hinter der Astronautin

NASA will den Gerüchten keinen Glauben schenken und unterstützt die Astronautin.

NASA-Astronauten, darunter Serena Aunon-Chancellor, werden sehr respektiert, dienen ihrem Land und leisten unschätzbare Beiträge. Wir stehen hinter Serena und ihrem professionellen Verhalten. Wir halten diese Anschuldigungen für nicht glaubwürdig.

schreibt Kathy Lueders, Leiterin des NASA-Programms für die bemannte Raumfahrt auf Twitter. Ein Treffen zwischen Roskosmus Chef Dmitry Rogozin und NASA Chef Bill Nelson ist für nächstes Jahr angesetzt.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Morningshow | 03. Dezember 2021 | 05:50 Uhr

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