Der Ausblick aufs Himmelsjahr 2021

Sternschnuppen, Supermond, partielle Sonnenfinsternis: Auch im Jahr 2021 könnt Ihr spannende Dinge am Himmel über Mitteldeutschland beobachten. Auch für Raumfahrtfans gibt es einige interessante Termine.

künstlerische Darstellung des Exoplanet HD106906 b.
Bildrechte: ESA/Hubble, M. Kornmesser

Auf das erste Himmelshighlight des neuen Jahres braucht ihr nicht lange zu warten. Ihr solltet euch aber warm anziehen. Es geht um den Sternschnuppenschauer der Quadrantiden. Er entsteht, weil unsere Erde die Umlaufbahn des Asteroiden 2003 EH kreuzt. Dessen winzige Reste verglühen dann als Sternschnuppen in der Atmosphäre.

Der beste Termin für die Beobachtung ist schon die Nacht vom 3. auf den 4. Januar. Dann könnten bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde am Himmel aufleuchten. Ganz ideal sind die Bedingungen aber nicht: Der ziemlich volle Mond steht in der Nähe des Himmelsabschnitts, aus dem die Sternschnuppen beim Beobachten zu kommen scheinen.

Im Übrigen: Wenn es mit den Quadrantiden nichts wird, zum Beispiel weil das Wetter nicht passt, habt ihr auch später im Jahr immer wieder Chancen auf ein Himmelsfeuerwerk. Da sind zum Beispiel die Lyriden und Eta-Aquariden, die am 22. April beziehungsweise am 6. Mai ihren Höhepunkt erreichen. Und natürlich die beliebten Sommerklassiker der Perseiden, die 2021 am besten am Abend des 12. August zu beobachten sein sollten. Dann sollten auch bis zu 110 Sternschnuppen pro Stunde drin sein. Und wer die beobachten will, muss sich auch nicht mehr so dick einmummeln.

Es wird – ein bisschen – finster

Eine ringfürmige Sonnenfinsternis
Bildrechte: NASA/Hinode/XRT

Um die Mittagszeit des 10. Juni können wir uns nach rund fünf Jahren wieder auf eine Sonnenfinsternis freuen, die bei uns in der Region sichtbar ist. Zur Erinnerung: Das letzte Mal war das im März 2015 möglich. Bevor ihr jetzt allerdings zu aufgeregt werdet: Die Sonne ist bei dieser Finsternis nur zu einem kleinen Teil bedeckt. Generell gilt die Faustregel: Je weiter nördlich ihr seid, desto größer ist der verdunkelte Anteil der Sonne. Die nächste partielle Sonnenfinsternis gibt’s dann am 25. Oktober 2022. Wir sagen dann nochmal rechtzeitig Bescheid!

Am Morgen des 19. November gibt es auch eine partielle Mondfinsternis, die Beobachtungsbedingungen dürften aber leider nicht wirklich gut sein. Einen sogenannten Supervollmond wiederum könnt ihr am 27. April und am 26. Mai beobachten. Dann sollte unser Himmelsbegleiter jeweils etwas größer am Himmel erscheinen, weil er uns näher ist als an den anderen Punkten seiner Bahn. Unser Tipp: Fotografiert den Supermond am besten, wenn er knapp über dem Horizont steht. Dann wirkt er besonders groß.

Venus und Mars machen sich rar

Die Planeten liefern uns 2021 am Himmel keine besonderen Schauspiele wie etwa die gerade zurückliegende Große Konjunktion von Jupiter und Saturn. Generell lässt sich sagen: Der Merkur zeigt sich öfter als sonst. Dafür machen sich Venus und Mars weite Teile des Jahres rar. Jupiter und Saturn sind im Spätsommer gut zu sehen.

Eine Rakete vom Typ «Langer Marsch 5» startet auf der Startrampe des Wenchang Space Launch Center.
Bildrechte: dpa

Auch für Raumfahrtfans bringt das Jahr 2021 ein paar interessante Termine. Leider können wir ein paar davon akutell noch nicht ganz genau vorhersagen. Da ist zum Beispiel der geplante Startschuss für den Aufbau von Chinas permanent bewohnter Raumstation. Nach ihren Erfolgen auf dem Mond, zuletzt haben sie von dort ja 1,7 Kilogramm Gestein mit einem Roboter zurückgebracht, wollen die Chinesen jetzt im Orbit den nächsten Schritt machen. Die Station „Tiangong“ soll zunächst von drei Frauen und Männern bewohnt werden können, ein weiterer Ausbau ist möglich. Wann die Rakete mit dem Modul abhebt, ist noch nicht ganz klar.

Starship der Firma SpaceX in Texas
Bildrechte: imago images/ZUMA Press

Das gleiche gilt für den ersten Flug des riesigen Starship von SpaceX-Gründer Elon Musk in die Umlaufbahn. Bisher hat es schon mehrere kleinere Testflüge gegeben, von einem Startplatz im Süden des US-Bundesstaats Texas. 2021 dürfte nun die Zeit für den ersten Start in den Orbit gekommen sein. Mit dem Starship will Musk in Zukunft auch Flüge zum Mond und zum Mars realisieren. Es soll die Falcon-Raketen von SpaceX ablösen.

Zwei Marslandungen stehen an

Zwei andere Termine stehen indes schon fest, es geht um die Mars-Landungen von Forschungsrobotern aus den USA und aus China. Am 23. April will China zum ersten Mal auf dem Mars landen, mit dem Rover „Tianwen-1“. Und schon vorher, am 18. Februar, soll die „Mars 2020“-Mission der Nasa auf dem Roten Planeten aufsetzen.

NASA Raumsonde Insight auf dem Mars
Bildrechte: NASA/JPL-Caltech

An Bord sind der Rover „Perseverance“ und – es ist das erste Mal, dass so ein Konzept umgesetzt wird - die Helikopterdrohne „Ingenuity“. Beide sollen im Jezro-Krater unterwegs sein, am Boden und in der Luft. Hier können wir auf spektakuläre Bilder hoffen. Besonders spannend: Die Thüringer Firma Jenoptik hat die Technik für mehrere Kameras des Roboterautos geliefert. Außerdem haben Forscher des Jenaer Leibniz-Institutes für Photonische Technologie Thermo-Sensoren für die Mission beigesteuert.

Ein spannendes Jahr wird 2021 auch für den nächsten deutschen Astronauten. Matthias Maurer aus dem Saarland fliegt im Herbst zur Internationalen Raumstation. Dort soll er ein halbes Jahr bleiben. Besonders faszinierend: Maurer ist für einen privaten Astronautentransporter von SpaceX gebucht. Den ist bisher noch kein europäischer Astronaut geflogen. Wenn alles klappt, macht der Franzose Thomas Pesquet im Frühjahr den Anfang. Maurers Flug hat auch einen Bezug zu Mitteldeutschland: Auf dem Logo der Mission „Cosmic Kiss“ ist wird nämlich an die Himmelsscheibe von Nebra erinnert.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Wochenende | 26. Dezember 2020 | 13:10 Uhr

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