Aschermittwoch In Sack und Asche gehen

Am Aschermittwoch beginnt für katholische und evangelische Christen die vorösterliche Fastenzeit. Nach der Karnevals- und Faschingszeit - den närrischen Tagen verrückter Ausgelassenheit - eine Zeit der Besinnung und des Verzichts. Diese Zeit endet nach genau 40 Tagen zu Ostern, weil Jesus 40 Tage in die Wüste gegangen sein soll, um zu fasten und seinen Weg zu finden. Woher aber kommt der "Aschermittwoch"?

junge Frau mit Schal
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Karnevalsschlager beschreiben die Katerstimmung, die so manchen nach dem ausgelassenen Treiben beschleichen. Nach Rosenmontag und Fastnacht heißt es: Ende der Veranstaltung - Aschermittwoch. Gestern noch "Helau" und heute alles grau – möchte man meinen, wenn man so manchem feucht-fröhlichen Narren am Aschermittwoch ins Auge schaut. Doch daher kommt er wohl nicht, der Name "Aschermittwoch",  auch wenn an diesem Tag so mancher in Sack und Asche geht oder sich gar Asche aufs Haupt streut.

Die Predigt des Propheten Jona

Die Redensart "In Sack und Asche gehen" hat ihren Ursprung im Alten Testament. Das Buch Jona erzählt von der Predigt des Propheten Jona und wie er dem Volk Umkehr und Buße verkündet. Der König ist von der Rede des Propheten so ergriffen, dass er seine Kleider zerreißt und sich Asche aufs Haupt streut und von seinem Volk verlangt, sie sollen alle in Sack und Asche gehen. Aber auch im Neuen Testament kommen diese Redensarten vor. Die Formulierung, nach der in Sack und Asche Buße getan wird, gibt es übrigens auch im Französischen. Dort heißt es "Faire pénitence dans la sac et dans la cendre" und im Englischen: "To repent in sackeloth and ashes", im Niederländischen "In zaken en as zitten".

Und da das vor den König zu Ninive kam, stand er auf von seinem Thron und legte seinen Purpur ab und hüllte einen Sack um sich und setzte sich in die Asche und ließ ausrufen und sagen zu Ninive nach Befehl des Königs und seiner Gewaltigen also: Es sollen weder Mensch noch Vieh, weder Ochsen noch Schafe Nahrung nehmen, und man soll sie nicht weiden noch sie Wasser trinken lassen; und sollen Säcke um sich hüllen, beide, Menschen und Vieh, und zu Gott rufen heftig; und ein jeglicher bekehre sich von seinem bösen Wege und vom Frevel seiner Hände. Wer weiß? Es möchte Gott wiederum gereuen und er sich wenden von seinem grimmigen Zorn, daß wir nicht verderben.

Aus: Jonas Predigt und Ninives Buße (Jona 3, Altes Testament)

Ein Ritual, dass man so nur in der katholischen Kirche kennt

Schon früh, in der alten Kirche, zogen sich Büßer zu Beginn der Fastenzeit ein so genanntes Bußgewand an und wurden mit Asche bestreut. Ab dem 11. Jahrhundert wird die Bestreuung der Gemeinde im Gottesdienst ein Ritual, gehört zur Zeremonie und ist bis heute Bestandteil der Liturgie katholischer Gottesdienste am Aschermittwoch. Nur dass heutzutage die Asche nicht mehr über der Gemeinde "verstreut" wird, sondern der Priester zeichnet den Gläubigen ein Kreuz aus Asche auf die Stirn und spricht dazu die Worte: "Bedenke Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst." Oder: "Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium."

Die Asche wird mit Weihwasser besprengt bevor der Priester sie den Gläubigen auf die Stirn aufträgt. Sie ist aus verbrannten Palmen- oder Buchsbaumzweigen, die im Vorjahr zu Palmsonntag gesegnet werden. (Der Palmsonntag erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem, eine Woche vor dessen Hinrichtung). Das Asche-Kreuz auf der Stirn ist ein Symbol der Buße, Reinigung und Vergänglichkeit. Die Asche soll aber auch symbolisieren, dass Altes vergehen muss, damit Neues kommen kann. Mit dem Aschekreuz auf der Stirn bekennen sich die Gläubigen zu ihrem Glauben und dass sie bereit sind für Umkehr und Buße. Für Christen ist das Kreuz kein Zeichen von Tod und Trauer, sondern das Symbol des Anfangs, der Auferstehung und des ewigen Lebens.   

Asche - Ein kraftvolles Symbol schon im Orient

Die Asche war bereits im alten Orient ein Symbol für Vergänglichkeit und Buße, auch in Israel. Aus der Asche einer verbrannten, fehlerlosen roten Kuh wurde zum Beispiel ein "Reinigungswasser" hergestellt. Es wurde vermischt mit verbranntem Zedernholz, Ysop und Karmesin - die Kräuter mussten von einem "reinen" Mann gesammelt werden. Als "Asche-Sprüche"  werden im Alten Testament wertlose Reden bezeichnet, "Aschehüten" meint Götzenverehrung.

Aschermittwoch - Kurz zusammgefasst Am Aschermittwoch beginnt die 40-tägige Fastenzeit vor Ostern. Seit Ende des 11. Jahrhunderts gibt es die Tradition, sich an diesem Tag in Gottesdiensten ein Aschenkreuz auf die Stirn zeichnen zu lassen. Die aus gesegneten Palmzweigen gewonnene Asche gilt als Symbol der Trauer und Buße. Das Aschenkreuz steht für den Beginn der Bußzeit und zugleich die Hoffnung der Christen auf Auferstehung. Der Aschermittwoch ist neben dem Karfreitag der einzige Tag, der in der katholischen Kirche als strenger Fastentag gilt. Das Kirchenrecht schreibt Abstinenz und Fasten vor.

Über dieses Thema berichtete das MDR FERNSEHEN auch in: Nah dran | MDR FERNSEHEN | 25.02.2017 | 22:35 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Februar 2018, 17:21 Uhr