Ein Geschäft lockt mit Feuerwerks-Sonderangeboten
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Feuerwerksverkauf Wer die Sonderangebote will, muss wirklich früh aufstehen

Mehr als 130 Millionen Euro geben die Deutschen 2017 für Knaller, Raketen und Feuerwerks-Batterien aus. Viele Geschäfte locken mit Schnäppchenpreisen. Dort stehen viele schon am Morgen an, um die Feuerwerks-Sonderangebote wirklich zu bekommen. Das ist keine schlechte Idee: Ein Recht darauf hat man laut Verbraucherschützern nicht.

Ein Geschäft lockt mit Feuerwerks-Sonderangeboten
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Heute hat der Feuerwerksverkauf begonnen. In der MDR JUMP Morningshow haben sich Hörer gemeldet, die schon ganz zeitig zu den Geschäften gefahren sind. Sie wollten unbedingt zu den Ersten gehören, die dann für Vulkane, Superböller und riesige Batterien wenig bezahlen. Ihre Angst: Die Sonderangebote aus den bunten Prospekten gibt es ganz schnell nicht mehr.

Lockangebote auch bei Feuerwerk verboten

Auch bei Feuerwerk gilt der Verbraucherschutz: Händler dürfen nicht mit so genannten Lockangeboten werben. Vitali Malsam von der Verbraucherzentrale Thüringen sagte MDR JUMP:

Vitali Malsam von der Verbraucherzentrale Thüringen
Bildrechte: Vitali Malsam/Verbraucherzentrale Thüringen

Das sind Angebote, die nur einmal oder in sehr geringer Stückzahl vorhanden sind. Da ist absehbar, dass die Angebote innerhalb der ersten Stunden ausverkauft sind.

Der Gesetzgeber spreche hier von einem „angemessenen“ oder „ausreichenden“ Angebot. Laut Verbraucherschützer Malsam heißt das für Feuerwerk: Es muss mindestens ein oder zwei Tage vorrätig sein. Wichtig sei dabei, welches Geschäft Böller oder Raketen verkaufe:

In einem Discounter, da kann es schneller zur Neige gehen. Bei einem reinen Feuerwerksladen dagegen sollten Verbraucher davon ausgehen können, dass die beworbenen Angebote bis zum 30.12. verfügbar sind.

Kein Recht auf Sonderangebot

Sind die Sonderangebote trotz der genannten Vorgaben ausverkauft, haben Käufer schlicht Pech gehabt. Sie können sich nur beim Personal beschweren oder bitten, in anderen Filialen nach den Sonderangeboten aus der Werbung zu fragen. Manchmal hilft auch, beispielsweise über Facebook oder Twitter öffentlich Druck auf das Unternehmen zu machen. Nach dem Motto: "Ich bin extra in den Laden gefahren, um dieses bestimmte Silvester-Paket zu kaufen!". Verbraucherschützer Malsam sagt:

Man hat kein Recht auf die Ware aus dem Prospekt oder aus der Werbung. Auch nicht darauf, ähnliche Ware zu einem günstigen Preis zu bekommen.

Auch wenn es für Feuerwerksfans oft nur ein schwacher Trost ist: Bei besonders krassen Fällen müssen Händler auch Strafen befürchten.

Feuerwerkskäufer können sich bei den Verbraucherzentralen oder den Industrie- und Handelskammern beschweren. Die mahnen bei Lockangeboten den Händler ab. Unterschreibt er die Abmahnung und macht das wieder, droht eine hohe fünf- bis sechsstellige Vertragsstrafe.

Wer als wirklich die Supersonderangebote für Feuerwerk im Supermarkt oder Discounter will, sollte also tatsächlich früh einkaufen. Wer erst später Zeit hat, kann wenn möglich auf Läden ausweichen, die nur Böller und Raketen verkaufen. Dort müssen die Schnäppchen länger vorrätig sein.

Vorschriften fürs Zünden beachten

Die 1. Verordnung zum Sprengstoffgesetz regelt übrigens, dass bestimmte Feuerwerksartikel nur am 31.12. des alten Jahres und am 1. Januar des neuen Jahres von Erwachsenen gezündet werden dürfen. Deshalb werden die Feuerwerke mit dem Aufdruck PII (P2) meist auch nur kurz vor Silvester verkauft. In diesem Jahr vom 28. bis zum 31. Dezember. Zu dieser Kategorie gehören Raketen, Fontänen, Verbundfeuerwerke, Römische Lichter, Batterien und laute Knaller. Die genauen Zeiten können davon aber je nach Stadt oder Gemeinde etwas abweichen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP | MDR JUMP am Abend | 28. Dezember 2017 | 19:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Dezember 2017, 15:19 Uhr