Ein Katzenbesitzer misst den Bauchumfang seiner 15 Kilogramm schweren Katze.
Bildrechte: IMAGO

Übergewicht Immer mehr Haustiere sind zu fett

Moppel-Katze, Dick-Mops und Fett-Bunny: Fast jedes zweite Haustier hat deutlich zu viele Kilos auf den Rippen. Die Tiere leiden schneller an Diabetes, Herz-Kreislauf- und Gelenkproblemen. Das kann Haustiere bis zu zwei Jahre Lebenszeit kosten.

Ein Katzenbesitzer misst den Bauchumfang seiner 15 Kilogramm schweren Katze.
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Menschen und Haustiere werden sich offenbar auch beim Punkt Übergewicht immer ähnlicher: In Deutschland ist jeder vierte Erwachsene stark übergewichtig. Bei den Haustieren haben 30 bis 40 Prozent der Tiere mehr deutlich mehr Kilos auf den Rippen, als ihnen gut tut. Das zeigen Zahlen des Instituts für Tierernährung, Ernährungsschäden und Diätetik an der Universität Leipzig. Die Ursachen seien bei Menschen und Haustieren ähnlich, sagt Dr. Cornelia Rückert:

Falsche Ernährung und zu wenig Bewegung sind schuld. Also zu viel Energieaufnahme und zu wenig Energieabgabe.

Das Übergewicht steigere nicht nur das Risiko der Tiere, etwa an Diabetes oder Krebs zu erkranken. Die Extra-Kilos können die Lebensqualität etwa von Katzen deutlich einschränken.

Die Tiere können dann zum Beispiel nicht ausreichend ihr Fell pflegen, weil sie sich beim Putzen nicht mehr in alle Richtungen drehen können.

Fühlt man die Rippen noch?

Haustierbesitzer können an einigen Punkten gut erkennen, ob ihr Liebling zu dick ist. So gibt es etwas für Rassekatzen oder –hunde klare Gewichtsempfehlungen der Züchter, die sich mit der Waage leicht nachprüfen lassen. Expertin Rückert hat noch einen Tipp:

Man kann nachschauen, ob beim Tier noch eine Taille zu sehen ist. Außerdem kann man von der Seite prüfen, ob die eher Bauchlinie nach oben gezogen ist. Die sollte nicht waagerecht zum Boden verlaufen.

Bei kurzhaarigen Tieren sollten sich die Rippen gut ertasten lassen und maximal unter einer dünnen Fettschicht liegen. Haustierbesitzer sollten zudem regelmäßig das Gewicht ihres Tieres messen und aufschreiben. Anhand der Daten lässt sich dann auch leicht ablesen, ob ein Hund oder eine Katze über die Jahre bei den Kilos deutlich zugelegt haben.

Mehr Bewegung, Futter umstellen

Auch das ist nicht anders als beim Menschen: Die beiden effektivsten Waffen gegen Übergewicht sind mehr Bewegung und eine Essensumstellung. Cornelia Rückert rät:

Selbst eine Katze, die ich in der Wohnung halte, kann ich spielerisch zu mehr Bewegung anregen.

Dabei sollten Tierbesitzer aber darauf achten, ihre Lieblinge nicht gleich zu überfordern. Zu viel Bewegung könne den Gelenken schaden. Hunde könnten mit Schwimmen wieder fit gemacht werden, rät die Expertin. Der Sport sei wie bei Menschen auch energieintensiv und gelenkschonend. Parallel können Tierbesitzer langsam die Ernährung von Katze, Hund oder Kaninchen umstellen:

Man kann zum einen die Menge reduzieren. Das ist aber nicht immer automatisch gut, weil dann das Tier eventuell nicht genug Mineralstoffe aufnimmt. Alternativ kann man auch zu kommerziellem Diätfutter greifen und die Menge dann an das Tier anpassen.

Eine eindeutige Empfehlung für ein bestimmtes Feucht- oder Trockenfutter will die Expertin nicht abgeben. Da hätten die Tiere wie Menschen eben auch zu unterschiedliche Vorlieben. Auf Anfrage hilft das Institut für Tierernährung, Ernährungsschäden und Diätetik an der Universität Leipzig mit Tipps weiter. Eine eigene Abnehmpraxis für Haustiere, die es zum Beispiel schon in München gibt, ist bei Leipziger Tiermedizinern bisher aber nicht geplant.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Nachmittag | 03. Januar 2018 | 15:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Januar 2018, 18:57 Uhr

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