Gesunde Zwischenmahlzeit: Zwei Kinder schneiden sich Äpfel zurecht.
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Tag des Apfels Die wichtigsten Fakten zum Lieblingsobst der Deutschen

20 Kilogramm Äpfel essen wir Deutschen pro Jahr. In unseren Gärten und auf den Plantagen wachsen fast 2.000 verschiedene Sorten des gesunden Obsts. Im Supermarkt gibt es aber nur wenige Apfelsorten zu kaufen. Dabei sind das für Kinder und Allergiker gar nicht die besten Varianten. Alte Sorten vom Obstbauern sind zudem fürs Kochen und Backen besser als die Äpfel aus dem Supermarkt.

Gesunde Zwischenmahlzeit: Zwei Kinder schneiden sich Äpfel zurecht.
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Ein Apfel pro Tag

Den alten, englischen Spruch „An apple a day keeps the doctor away“ kennen auch die meisten Deutschen. An dem ist tatsächlich etwas dran, sagte Antje Gahl von der Gesellschaft für Ernährung:

Äpfel haben wichtige Inhaltsstoffe wie Vitamin C und Ballaststoffe bei wenig Energiegehalt. Eine Garantie, dass ich nicht krank werde, die habe ich dann natürlich trotzdem nicht.

Sogar die Kerne könne man problemlos mitessen. Die enthalten Pektin, einen Ballaststoff. Der quillt im Verdauungstrakt auf. Die Ernährungsexpertin rät, die Schale möglichst mit zu essen. Die meisten Vitamine befänden sich eher unter der Schale als in der Mitte des Apfels. Noch immer sind noch nicht alle gesunden Inhaltsstoffe im Apfel erforscht. So kann offenbar das in dem Obst enthaltene Querecetin Körperzellen vor Schäden schützen. Das haben Ernährungsforscher vom Karlsruher Max-Rubner-Institut an Immunzellen in Blut untersucht, dass sie vorher Freiwilligen abgenommen hatten. Die Zellen wurden mit aggressiven Stoffen gereizt. Hatten die Testpersonen vor der Blutabnahme Äpfel gegessen hatten, reagierten ihre Immunzellen später weniger stark auf die Reizung.

Bis zu einem Jahr lang gelagert

Wer besonders viel für die eigene Gesundheit tun will, sollte aus Sicht der DGE-Expertin immer den frischen, gewaschenen und ungeschälten Apfel essen:

Die meisten Vitamine befinden sich eher unter der Schale als in der Mitte des Apfels.

Alternativ könne man auch zu purem Apfelsaft greifen. Der enthalte zwar weniger Vitamine und Ballaststoffe als das Obst selbst. Für eine ausgewogene Ernährung sei der Saft aber immer noch eine gute Ergänzung. Der Weißenfelser Apfelexperte (auch: Pomologe) Michél Simon-Najasek rät, wenn möglich zu Äpfeln vom Obstbauern um die Ecke oder aus dem eigenen Garten zu greifen:

Manche der Äpfelsorten aus dem Supermarkt können sehr lange, bis zu einem Jahr gelagert werden. In der Zeit bauen sich einige wichtige Inhaltsstoffe natürlich ab.

Alte Sorten, neue Sorten

In vielen Kleingärten, Obstgärten und Plantagen wachsen noch die so genannten „alten“ Apfelsorten, die teils sehr klangvolle oder kreative Namen tragen wie Altländer Pfannkuchenapfel, Gelber Edelapfel, Champagnerrenette, Alkmene oder Prinz Albert. Für den Verkauf beim Supermarkt waren diese Sorten aber nicht so perfekt geeignet. Dort werden bis auf Boskop-Äpfel allem die so genannten „neuen“ Sorten verkauft. Die heißen beispielsweise Granny Smith, Braeburn, Golden Delicious, Gala oder Jonagold. Diese Sorten wurden extra so gezüchtet, dass sie besonders gut schmecken, lecker aussehen und sich möglichst lange halten. Apfelexperte Simon-Najasek findet das etwas schade:

Bei alten Sorten ist die Vielfalt in Farbe und Form und Größe und Geschmack größer. Die neuen Sorten bilden nicht das Geschmacksspektrum ab, das Äpfel haben können.

Zudem gibt es Hinweise, dass Allergiker die neu gezüchteten Sorten schlechter vertragen. Etwa zwei Prozent der Deutschen leiden an einer Apfel-Allergie. Unser Experte sagt:

Wissenschaftler vermuten, dass dabei die so genannten Polyphenole eine Rolle spielen. Die sind bei Äpfeln unter anderem für Farbe, Geschmack und die Bräune verantwortlich.

Da die Polyphenole auch für den herben Geschmack verantwortlich sind, wurden sie aus vielen modernen Apfelsorten herausgezüchtet. Japanische Forscher fanden schon vor einigen Jahren heraus, dass etwa die „alte“ Apfelsorte Santana weniger oder gar keine allergischen Reaktionen auslöst. Santana-Äpfel haben einen sehr hohen Anteil an Polyphenolen. Michél Simon-Najasek sagt:

Die alten Sorten bis auf Boskop alte Sorten bis auf Boskop bekommt man leider nicht mehr im Supermarkt. Da muss man sich informieren, etwa beim Obstbaubetrieb um die Ecke. Die bauen oft noch alte Sorten an.

Die sind aus Sicht des Experten meist auch besser für Kinder geeignet als die Supermarktäpfel. Die modernen Sorten enthalten sehr viel Fruchtzucker.

Pomologe Simon-Najasek: Dafür eignen sich die verschiedenen Apfelsorten am besten.

Alter Spruch: Ein Apfel pro Tag und der Doktor ist unnötig.
Gleich essen
„Dafür kann man fast alle Äpfel aus dem Supermarkt nehmen. Das sind alles Tafeläpfel, die sind für den Frischverzehr geeignet.“
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Alter Spruch: Ein Apfel pro Tag und der Doktor ist unnötig.
Gleich essen
„Dafür kann man fast alle Äpfel aus dem Supermarkt nehmen. Das sind alles Tafeläpfel, die sind für den Frischverzehr geeignet.“
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Obstsalat mit Apfel
Obstsalat
„Dafür kann man fast alle Sorten nehmen. Ich bin aber ein Freund von leicht sauren Äpfeln. Die sorgen für etwas mehr Geschmack.“
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Apfelkuchen mit Zimt
Kochen und Backen
„Boskop ist nicht so süß, der zerfällt auch ein Stück weit. Der passt da prima, auch für Bratapfel! Auch alte Sorten wie Altländer Pfannkuchenapfel oder Hausmütterchen  gehen gut für Kuchen oder Apfelmus. Die sind sehr groß.“
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Lecker: Getrocknete Apfelchips
Apfelchips
„Da eignen sich am besten kleinere Sorten mit einer gewissen Säure, zum Beispiel Cox Orange oder Goldparmäne. Den haben viele noch im Garten. Bei den anderen Sorten ist sonst der Zuckergehalt im getrockneten Apfel zu hoch.“
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Gemeinsam Obst essen im Kindergarten
Kinder
„Generell ist es gut, wenn Kinder Obst essen. Egal welche Sorte. Allerdings haben viele der modernen Sorten viel Fruchtzucker. Alternativen findet man aber im Supermarkt eher selten. Boskop ist sauer, den werden Kinder wohl so nicht mögen.“
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Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Nachmittag | 12. Januar 2018 | 15:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Januar 2018, 15:03 Uhr

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