Waldbrandgefahr steigt – weiterer Dürre-Sommer in Sicht

Wolkenloser Himmel und so gut wie kein Regen – das anhaltend schöne, aber zu trockene Aprilwetter ist vor allem in den Wäldern ein Problem. Die Waldbrandgefahr steigt! Auch die Aussichten für den Sommer sind alles andere als beruhigend.

Zwei Feuerwehrmänner laufen in Schutzanzügen durch einen qualmenden Wald und tragen auf ihrer Schulter jeweils einen aktivierten Löschschlauch.
Bildrechte: Henry Gbureck

Die Waldbrandgefahr in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist weiter hoch. In einigen Regionen gilt die höchste Warnstufe 5. Betroffen sind derzeit folgende Gebiete:

Sachsen

  • Landkreis Nordsachsen  
  • nördliche Teile der Landkreise Meißen und Bautzen

Sachsen-Anhalt

  • Anhalt-Bitterfeld, nördlich der Elbe
  • Börde, nördlich der A2
  • Stendal
  • Landkreis Wittenberg (Dübener Heide, Elsterland, Vorfläming)

Thüringen

  • Forstamt Heldburg (südliche Teile der Landkreise Hildburghausen und Schmalkalden-Meiningen)

Die Länder bereiten sich derzeit auf einen weiteren Extremsommer mit Hitze und Dürre vor. So werden in Thüringen dieses Jahr 750.000 Euro in die Brandbekämpfung investiert. Horst Sprossmann, Sprecher von Thüringenforst, erklärt, welche Maßnahmen in Arbeit sind:

Einmal ein ausreichendes Wegenetz ganz einfach um schnell mit großen Fahrzeugen, schweren Fahrzeugen wie sie eben die hiesige Feuerwehren einsetzt, auch an den Brandort kommt. Das ist ganz ganz wichtig. Und auch wichtig, dass wir ausreichend Löschwasser vor Ort haben. Das ist ein Aspekt, den wir noch verbessern müssen.

Sprecher von Thüringenforst Horst Sprossmann MDR Aktuell

Außerdem steht laut Sprossmann ein Bundespolizeihubschrauber mit 2000 Litern Löschwasser zur Verfügung. In Sachsen-Anhalt werden die Zufahrten zu den Wäldern von Holzstapeln beräumt und vielerorts werden Warnschilder in den Wäldern aufgestellt.

Ganz wichtig sei es jetzt, dass sich die Waldbesucher richtig verhalten, sagte der Chef des Landesforstbetriebs Sachsen-Anhalt, Bernd Dost, im MDR JUMP-Gespräch. So ist es verboten im Wald zu rauchen oder abseits der offiziellen Stellen zu grillen oder Lagerfeuer zu machen. Teilweise gilt Wegezwang oder gar ein Betretungsverbot, an das man sich unbedingt halten müsse. Außerdem soll man Autos am Waldrand nicht auf trockenem Gras abstellen. Sich im Wald achtsam bewegen, sei vor allem jetzt wichtig, so Sachsen-Anhalts Umweltministerin Claudia Dalbert:

Wer Waldbrände verhindert, entlastet die Einsatzkräfte der freiwilligen Feuerwehren, die derzeit engagiert bei der Bewältigung der Corona-​Krise helfen.

Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert www.sachsen-anhalt.de

Und noch ein Problem in der Corona Zeit: Die Bundeswehr, die noch bis vor kurzem beim Beräumen des Borkenkäferholzes in den Wäldern geholfen hat, steht nicht mehr zur Verfügung. Wegen der Corona-Pandemie werden die Kameraden in anderen Bereichen gebraucht, bedauert Bernd Dost vom Landesforstbetrieb Sachsen-Anhalt. Das wird ein ganz großes Problem, so Dost. Im Wald liegt unglaublich viel brennbares Material, aber es ist fraglich, ob man genügend Helfer für die Beräumung findet.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 22. April 2020 | 15:40 Uhr

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