„MDR Resteretter“-App gegen die Verschwendung von Lebensmitteln

Im Schnitt wirft jeder von uns pro Jahr 75 Kilo Lebensmittel weg. Ein studentisches Projekt der Uni Leipzig will nun zusammen mit dem MDR dagegen vorgehen und hat dafür eine eigene App entwickelt.

Lebensmittel in einer Muelltonne.
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Lebensmittelverschwendung ist ein großes Problem. Nicht nur zuhause und im Supermarkt, auch bereits bei der Ernte und Produktion entsteht viel Abfall. Insgesamt landen jedes Jahr in Deutschland rund zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Davon kommt schätzungsweise allein die Hälfte aus Privathaushalten. Studierende der Uni Leipzig wollen jetzt in Kooperation mit MDR Wissen und mit Hilfe einer neuen App diese Zahlen überprüfen.

MDR Resteretter-App

Ganz egal ob verschimmelte Lebensmittel oder hartes Brot, irgendwann landen Lebensmittel, die wir nicht mehr verwenden wollen oder können in der Tonne. Die neuentwickelte App "MDR Resteretter" soll dabei helfen, Bewusstsein für Lebensmittelverschwendung zu schaffen und ist dabei in ihrer Bedienung ganz einfach. Gerald Perschke, verantwortlicher Redakteur von MDR Wissen, erzählt im Interview mit MDR JUMP:

Eine Frau steht in der Küche und benutzt ihr Handy.
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Jeder kann sich anmelden, die Applikation auf seinen Startbildschirm holen und schon kann man eintragen, was man alles wegwirft - egal ob in die Tonne oder Kompost. Alles möglichst genau aufzeichnen, Grund auswählen und fertig.

Gleichzeitig hat man in der App auch die Möglichkeit, sein eigenes Verhalten mit anderen zu vergleichen.

Je mehr da mitmachen, desto genauer können wir diese Vergleiche machen. Irgendwann sind wir an dem Punkt, dass jeder zum Beispiel in seinem Single-Haushalt sieht: Wie stehen denn andere Single-Haushalte da. Oder jeder, der eine Familie mit drei Kindern hat sieht dann, wie geht es den anderen Familien.

Was soll das bringen?

Die App soll vor allen Dingen Bewusstsein für Lebensmittel und deren Produktion erzeugen. Gleichzeitig soll Nutzern und Nutzerinnen aufgezeigt werden, wie hoch deren tatsächliche Verschwendung von Lebensmittel ist. Im Ergebnis erhoffen sich die Entwickler und Entwicklerinnen vor allem die Vermeidung von Lebensmittelabfällen.

Mülleimer mit verschiedenen Lebensmittelabfällen.
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Für den Einzelnen ist es natürlich neben den 1000 Karmapunkten, die er bekommt und dem Plus für die Umwelt auch echtes Geld, das man spart, weil man ja ein bisschen genauer hinschaut und am Ende vielleicht weniger wegwirft.

Wie geht es weiter?

Aktuell gibt es zum Thema Lebensmittelverschwendung kaum Forschungen. Besonders keine, die direkt in den privaten Haushalten ansetzen. Mittlerweile besteht allerdings Kontakt zu Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus Leipzig sowie dem Umweltforschungszentrum Leipzig, die dieses Thema erforschen und ihr Interesse an den Daten bereits geäußert haben. Es besteht aber kein Grund zur Sorge:

Diese Daten werden natürlich komplett anonymisiert behandelt und wenn jemand nicht mehr dabei sein möchte, kann er jederzeit aussteigen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 29. September 2021 | 15:15 Uhr

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