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Diese Äpfel kannst du auch essen, wenn du Allergiker bist

Stand: 02. Oktober 2020, 09:54 Uhr

Äpfel sind lecker und wahre Vitaminbomben. Gut zwei Millionen Deutsche reagieren aber allergisch auf dieses Obst. Einige Sorten sind aber trotzdem für sie geeignet.

Elstar, Gala oder Golden Delicious, Apfel-Allergikern jagen diese Namen vermutlich eher Schauer über den Rücken. Der Biss in so einen Apfel führt für sie zu Rötungen, Schwellungen oder Juckreiz. Besonders neuere Sorten aus dem Supermarkt, wie Elstar, Gala usw. enthalten viele Allergene.

Schuld daran ist das Fehlen eines Stoffes, der in älteren Apfelsorten noch vorhanden ist, aus den neueren Sorten aber herausgezüchtet wurde, erklärt Michél Simon-Najasek. Er ist Apfel-Experte beim NABU Saale-Elster.

Polyphenole sorgen dafür, dass der Apfel braun wird, wenn man ihn aufschneidet. Und weil man dass nicht will, hat man diese Polyphenole in den letzten hundert Jahren herausgezüchtet.

Polyphenole sind eigentlich Abwehrstoffe, die Äpfel vor Schimmelpilzen schützen sollen. Weil die Polyphenole in den neueren Sorten aber fehlen, enthalten sie dafür andere Abwehrstoffe, die bei manchen Menschen zu Allergien führen.

Abhilfe mit alten Sorten

Es gibt aber heutzutage auch Äpfel, die für Allergiker gut geeignet sind. Sie haben vor allem eines gemeinsam: Es sind genau diese älteren Sorten, die heute kaum noch im Supermarkt zu bekommen sind. Michél Simon-Najasek nennt zum Beispiel den Boskop, Kaiser Wilhelm oder Ontario als gut verträgliche Sorten. Allerdings heißt das nicht, dass Allergiker jetzt herzhaft in die Äpfel beißen sollen, warnt der Pomologe.

Jeder sollte vorsichtig testen, in wieweit er auf die einzelnen Sorten reagiert.

Am besten verträglich sind frisch gepflückte Äpfel. Je länger das Obst lagert, desto mehr Allergene reichern sich an. Außerdem kann es helfen, die Äpfel zu schälen. Die meisten Allergene sitzen nämlich tatsächlich unter der Schale.

Äpfel gegen Heuschnupfen?

In einer kleinen Studie konnten Forscher der Berliner Charité außerdem feststellen, dass regelmäßiges Essen alter Sorten auch dazu führen kann, dass Allergiker nicht mehr so heftig auf neue "Problemäpfel" reagieren. Gleichzeitig kann das auch dazu führen, dass Heuschnupfensymptome reduziert werden, denn die Allergene in Äpfeln ähneln denen in manchen Pollen sehr stark.

Niederländische Forscher haben außerdem eine Sorte gezüchtet, die für Allergiker relativ ungefährlich ist: Santana. Sie enthält relativ wenig von einem der beiden Eiweiße, das Allergien auslöst.

Apfelkuchen geht (fast) immer

Wer gerade keine alten Sorten zur Hand hat, aber trotzdem nicht auf den Geschmack von Äpfeln verzichten will, für den hat Michél Simon-Najasek einen anderen Tipp: Wärme.

Alles was mit erwärmten Äpfeln zu tun hat, ist verträglich. Also Apfelsaft, wenn er nicht gerade frisch gepresst ist, Apfelmus oder Apfelkuchen, zum Beispiel. Durch das Erwärmen werden Allergene abgebaut.

Allerdings kann nur eines der beiden Allergene in den Äpfeln durch Wärme abgebaut werden. Das zweite ist ziemlich hart im Nehmen, sitzt aber vor allem in der Schale, sodass schälen hier ausnahmsweise ratsam ist.

Dieses Thema im ProgrammMDR JUMP bei der Arbeit | 02. Oktober 2020 | 12:45 Uhr

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