Fahrradland Mitteldeutschland: Diese Projekte sind geplant

Dank Corona boomt das Radfahren. Verkehrsminister Scheuer hat jetzt eine Strategie vorgestellt, mit der Radfahrer auch mehr Platz auf den Straßen bekommen sollen.

Ein Fahrradfahrer fährt auf einer Radspur im Stadtverkehr
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Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer will den Radverkehr stärken. Dazu hat er auf dem Radverkehrskongress in Hamburg den "Nationalen Radverkehrsplan 3.0" vorgestellt. Um den Radverkehr zu stärken, müsse etwa der ländliche Raum stärker in den Blick genommen werden. Radweg-Lücken müssten geschlossen und die Verbindung zu den größeren Städten verbessert werden, sagte Scheuer.

"Ambitionierter Plan"

Der Plan, den das Verkehrsministerium vorgelegt hat, gibt sich ambitioniert, findet Konrad Krause, der Vorsitzende des sächsischen ADFC. So soll die Zahl der Kilometer, die in Deutschland am Tag zurückgelegt wird, verdoppelt werden. Momentan fahren die Deutschen 112 Millionen Kilometer am Tag, bis 2030 sollen daraus 224 Millionen Kilometer werden.

Das halte ich für das wichtigste Ziel. Daran muss sich Minister Scheuer oder sein Nachfolger auch messen lassen.

Zu den 144 aufgelisteten Maßnahmen zählen 30 neue Radschnellwege und 17 Radwegebrücken. Es werde ausreichend Geld bereitgestellt, sagte Scheuer, es müsse nur von den Kommunen abgerufen werden. Ziel seien sichere Radwege, die vom Autoverkehr und Fußgängern getrennt sind. Ein großes Potenzial in den Großstädten sieht Scheuer in Lastenfahrrädern, die in einem abgestimmten Verkehrskonzept die Waren "auf der letzten Meile" transportieren.

Geld allein reicht nicht

Konrad Krause sieht den neuen Plan zwar positiv, mit viel Geld sei der Wandel zum Fahrradland allerdings nicht allein getan. Radverkehr fällt meistens in die Zuständigkeit der Kommunen und nicht in die des Bundes. Das heißt, Scheuers Handlungsspielraum ist begrenzt.

So müsse die Straßenverkehrsordnung es Kommunen erlauben, flächendeckend Tempo 30 einzuführen. Und auch die alte Frage, ob Parkplätze oder Radwege den Straßenrand säumen sollen, müsse weiter aufgerollt werden, sagt Krause.

Auch die Lage auf dem Land muss in den Blick genommen werden. Laut ADFC-Sachsen-Chef Krause werden auf dem Land genauso viele Kilometer mit dem Rad zurückgelegt, wie in Städten. Das Problem sei aber, dass in Sachsen an gerade mal 30 Prozent der Bundesstraßen Radwege verlaufen. Das müsse mehr werden.

Der Minister sagt, dass wir durchgängige Netze erreichen müssen. Aber davon sind wir eben noch weit entfernt.

Nur dann könne auch sichergestellt werden, dass auch Menschen auf dem Land für kürzere Wege eher mal aufs Rad steigen, als ins Auto.

Immerhin tut sich an vielen Orten schon was. Sachsen will etwa das Radwegenetz durch die Wälder ausbauen. Seit 2017 ist außerdem ein Radschnellweg zwischen Leipzig und Halle im Gespräch. Und auch in Thüringen sollen Millionen in den Ausbau des Radwegenetzes investiert werden.

Mit Material von epd

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Die Themen des Tages | 27. April 2021 | 19:20 Uhr

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