Ein Hund am Strand
Bildrechte: Colourbox.de

So gelingt der Urlaub mit dem Haustier

16.07.2018 | 09:00 Uhr

Nicht jeder kann oder möchte sein Haustier in der Urlaubszeit in Betreuung geben. Damit sowohl Besitzer als auch Tier den Urlaub genießen können, sollten Halter vorher einiges bedenken.

Ein Hund am Strand
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Tiere auf Reisen

Die meisten Haustiere bleiben am liebsten in ihrer gewohnten Umgebung. Ein Ortswechsel bedeutet in der Regel großen Stress. Das gilt besonders für Vögel und andere Kleintiere, die Klimaveränderungen nicht gut vertragen. Für diese Tiere kommt am ehesten eine Betreuung durch den Nachbarn oder in einer Tierpension infrage. Die Sorge von Haltern, dass Tier könnte unter ihrer Abwesenheit leiden, ist meist unbegründet. Die Tiere gewöhnen sich gut daran, einige Zeit von einer anderen Person betreut zu werden. Sie erkennen ihren Besitzer normalerweise auch nach längerer Zeit schnell wieder.

Katzen entfernen sich nur unfreiwillig aus ihrem vertrauten Revier und bleiben lieber zu Hause. Wenn das nicht geht, muss man damit rechnen, dass es eine ganze Weile dauert, bis sie sich woanders eingewöhnen.

Vergleichsweise unkompliziert ist das Reisen mit Hunden, wenn das Reiseziel zum Tier passt. Weil Hunde nicht schwitzen können, macht ihnen große Hitze sehr zu schaffen. So werden ausgedehnte Sonnenbäder und lange Fahrten im überhitzten Auto eher eine Qual. Auch Flüge mit etlichen Zwischenstopps sind nicht ideal. Innerhalb Deutschlands ist aufgrund der kurzen Transportwege der Urlaub mit Haustier am einfachsten. Viele Hotels und Anbieter von Ferienwohnungen zeigen sich offen oder sind sogar auf Gäste mit Haustier spezialisiert.

Einreisebestimmungen

Vor Reiseantritt ist es unerlässlich, sich über Einreisebestimmungen für Haustiere in das jeweilige Urlaubsland zu informieren. Besonders für sogenannte Listenhunde bleiben Grenzen im Zweifel unpassierbar. Listenhunde sind Hunde, die vom Gesetzgeber als potentiell gefährlich angesehen werden. Dänemark beispielsweise behält sich das Recht vor, Hunde einzuziehen und gar einzuschläfern, die in den Verdacht kommen, Listenhunde im Stammbaum zu haben.

Seit 2004 ist innerhalb der Europäischen Union überwiegend einheitlich festgelegt: Hund und Katze müssen für den Grenzübertritt den blauen EU-Heimtier-Ausweis haben. Ausstellungsberechtigt sind Tierärzte. Das Dokument stellt sicher, dass die Tiere nicht ohne implantierten Chip zur eindeutigen Identifikation und wirksame Tollwutimpfung reisen. Der EU-Heimtier-Ausweis kann auch in verschiedenen Nicht-EU-Staaten gelten. Gegebenenfalls sind Maulkorb- und Leine mitzuführen. Das Reiseland kann Impfungen vorschreiben, die in Deutschland nicht nötig sind. Es kann auch passieren, dass ein Land weitere tierärztliche Bescheinigungen oder andere Nachweise voraussetzt, um den Verdacht einer Krankheit auszuschließen.

Mitunter können erhöhte Schutzbestimmungen vorliegen. Im Fall von Norwegen ist der Impfausweis allein zum Beispiel nicht zureichend. Dort muss der Nachweis erbracht werden, dass das Tier vor kurzem einer Blutuntersuchung unterzogen wurde und im Blut Antikörper gegen Tollwut aufweist. Auch eine vorherige Zecken- oder Bandwurmbehandlung kann vorgeschrieben sein. Welpen sind als Grenzgänger besonderen Bestimmungen unterworfen. Nicht-EU-Länder können sich hinsichtlich ihrer Reglungen erheblich unterscheiden.

Verbindliche Auskünfte erhält man in der jeweiligen Botschaft eines Landes. Bei Unstimmigkeiten bei der Einreise ist die schriftliche Antwort der Botschaft auf die Anfrage eines Tierhalters entscheidend.

Sicherung im Auto

Hunde wie Katzen im Auto, so fordert es der Gesetzgeber, müssen gesichert werden. Bei Unfällen können sie sich sonst leicht verletzen. Außerdem werden sie zur tödlichen Gefahr für die Insassen, wenn ihr Körper bei einem Aufprall oder einer Vollbremsung durch den Wagen schießt. Auch Netze oder geklemmte Gitter zwischen Kofferraum und Fond können sich dann als zu schwach erweisen- vor allem bei größeren Tieren.

Die sicherste Variante sind Transportboxen im Fußraum der Rücksitze. Bei größeren Hunden schützt ein zusätzliches Trenngitter den Fahrerraum. Gurte bieten keine absolute Sicherheit. Bei ADAC-Crash-Tests zerbrach der Verschluss eines Haltegeschirrs bzw. gab der Gurt auf dem Rücksitz des Wagens zu sehr nach. Am besten trägt das Tier ein stabiles Geschirr mit möglichst knapper Gurtlänge. Muss eine größere Box im Laderaum stehen, platziert der Fahrer diese idealerweise quer zur Fahrtrichtung und direkt hinter der Rücksitzbank. Auf diese Weise verteilen sich die Kräfte bei einem Crash so, dass das Tier diese am ehesten verkraftet. Auch hier erhöht ein Trenngitter zwischen Laderaum und Rücksitzbank die Sicherheit für andere Insassen. Sehr große Hunde werden am besten durch einen fest eingebauten Stahl-Käfig im Kofferraum transportiert.

Im Fachhandel gibt es kompetente Beratung dazu, mit welchen Vorrichtungen man sich und den vierbeinigen Mitfahrer optimal sichert.

Tiere an Bord eines Flugzeuges

Nur Katzen und Hunde mit einem Gewicht bis fünf Kilo dürfen in die Passagierkabine. Größere Tiere müssen im Gepäckraum reisen. In der Kabine müssen sie sich in einer bissfesten und wasserundurchlässigen Box aufhalten und können unter den Vordersitz geschoben werden. Asiatische Airlines stellen auch für den Transport im Frachtraum Beschränkungen auf: Kurzschnäuzige Rassen wie etwa Möpse oder Perserkatzen sind beim Transport gefährdet, da sie häufig unter Atemwegsproblemen leiden. Ihre Beförderung wird dann von Vornherein abgelehnt, da diese Reise tödlich ausgehen kann. Vor Buchung eines Flugtickets sollten genaue Auskünfte eingeholt werden. Grundsätzlich gilt bei Flugreisen, dass auf länderspezifische Mehrkosten und mitunter lange Quarantänezeiten zu achten ist.

Im Krankheitsfall

Mittel gegen Flöhe oder Zecken und Reiseübelkeit sollten immer parat gehalten werden. Für Medikamente, die Hund oder Katze regelmäßig braucht, muss ein ausreichender Vorrat angelegt werden. Im Handel sind Entspannungsmittel im Fall von großem Reisestress erhältlich. Bestimmte Produkte versprechen, dass sich das Tier besser fühlt, wenn die Reisebox vorher mit einem Pheromon-Präparat behandelt wurde. Manche Experten halten dies jedoch eher für einen Trick der Industrie. Im Vorfeld sollten die Möglichkeiten der Notfallversorgung durch Tierkliniken und –ärzte vor Ort geprüft werden. Hinweise gibt es vom Reiseveranstalter.

Versicherung

Krankenversicherungen können auch für Haustiere abgeschlossen werden. Erstattungen in einer gewissen Höhe pro Jahr für Tierarztkosten sind dadurch möglich. Die Versicherungsbeiträge unterscheiden sich nach Rasse und Alter. Ebenfalls erhältlich sind separate Operationsversicherungen. Generell sollten Halter wissen, inwieweit Schäden durch das Haustier auch im Ausland über Ihre Haftpflicht gedeckt sind.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Nachmittag | 16. Juli 2018 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2018, 09:09 Uhr

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