Kinder mit Schulranzen auf dem Bordstein.
Bildrechte: imago/Karina Hessland

Warum Kinder zu Fuß zur Schule gehen sollten!

14.09.2018 | 14:17 Uhr

Statistisch kamen im Jahr 2016 alle 18 Minuten ein Kind im Alter von unter 15 Jahren im Straßenverkehr zu schaden. Trotzdem ruft das Deutsche Kinderhilfswerk auf, Kinder zu Fuß zur Schule zu schicken. Wir klären, warum das gut für die Kids ist.

Kinder mit Schulranzen auf dem Bordstein.
Bildrechte: imago/Karina Hessland

Klar sind die Gefahren im Straßenverkehr für Eltern eine Gruselvorstellung. Wahrscheinlich auch deshalb wird jedes fünfte Grundschulkind in Deutschland mit dem Auto zur Schule gebracht, hat eine Umfrage ergeben. Nur knapp die Hälfte der Kids geht zu Fuß in die Schule.

Das muss sich ändern, fordert das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) und veranstaltet vom 17.09. - 28.09. dazu deutschlandweit Aktionstage in Grundschulen und Kindergärten. Claudia Neumann, Bereichsleiterin Kinder- und Jugendbeteiligung beim DKHW, im MDR JUMP-Interview:

Für die Kinder ist das ganz herrlich, weil es unheimlich ihr Selbstbewusstsein stärkt. Zum anderen ist es wirklich dafür da, dass die Kinder irgendwann eigenständige Stadtnutzer werden. Also, dass sie die Stadt nicht nur von der Rückbank des Autos kennen und überhaupt nicht wissen, was rechts und links passiert.

Konkret geht es dem DKHW also um Kids, die von ihren Eltern im privaten Auto zur Schule gebracht werden. Es geht also um so genannte "Helikoptereltern", die ihre Kinder im "Elterntaxi" am besten bis ins Klassenzimmer fahren.

Helikoptereltern, die ihre Kinder im Elterntaxi bringen

Ein Problem, das auch Antje Vollhardt kennt. Sie ist Schulleiterin an der Grundschule Leppersdorf im Landkreis Bautzen und erzählt im MDR JUMP-Interview:

Wir haben einen Parkplatz hinter der Schule, der ist etwa hundert Meter entfernt. Von dort kann man sehr gut zu Fuß zur Schule gelangen. Die Eltern parken aber lieber direkt vor der Tür. Ich kann das schon verstehen, die Eltern haben früh Zeitdruck. Aber man sollte sich schon die Zeit nehmen, wenigstens den Parkplatz zu benutzen und nicht die ganze Straße vor der Schule blockieren. Zumal das für die Kinder auch einen gesundheitlichen Aspekt hat, wenn sie auch mal ein paar Schritte laufen und dabei noch frische Luft schnappen können.

Ein Blick in die Statistik zeigt: Kinder auf dem Schulweg sind nicht häufiger Unfallopfer. Nach Angaben der Deutschen Verkehrswacht verunglücken Kinder am häufigsten im elterlichen Auto, also nicht als Fußgänger auf dem Schulweg. Und Psychologen meinen, dass "Elterntaxis" die Kinder passiv machten und sie in der eigenen Entwicklung behinderten.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP bei der Arbeit | 17. September 2018 | 12:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. September 2018, 14:17 Uhr

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