Symbolfoto. Ein Arzt erklärt einem Patienten etwas auf einem Tablet.
Bildrechte: Imago

Ada Health Die Gesundheits-App im Check

21.04.2018 13:00

Wenn es im Körper zwickt und zwackt, befragen viele von uns lieber Dr. Google als wirklich zum Arzt zu gehen. Teilweise kommen da äußerst fragwürdige Diagnosen zustande. Eine App will es besser machen. Ob sie tatsächlich hält was sie verspricht? Wir haben die von einem Arzt testen lassen.

Symbolfoto. Ein Arzt erklärt einem Patienten etwas auf einem Tablet.
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Im Rücken zieht’s, der Kopf wummert oder das Knie tut weh beim Treppensteigen? Alltägliche Wehwehchen, mit denen man nicht unbedingt zum Arzt geht. Stattdessen befragen immer mehr Menschen Dr. Google. Die Internetrecherche nach Symptomen geht natürlich schnell und unkompliziert - lange Wartezeiten beim Arzt könnte man sich so ersparen.

Wäre da nicht dieses eine Problem: Im Internet werden aus dem einfachen Kopfschmerz schnell ein Hirntumor und die Rückenschmerzen zum Bandscheibenvorfall. Da sind Angst und Panik vorprogrammiert. Die Smartphone-App Ada Health will es jetzt besser machen. Sie soll dabei aber, das ist Gründer und Geschäftsführer von Ada Health Daniel Nathrath wichtig, nicht den Arzt ersetzen:

Die Idee dahinter ist, Leuten dabei zu helfen, herauszufinden: Was könnte ich haben? Was sollte ich als nächstes tun? Sollte ich einen Arzt aufsuchen oder reicht vielleicht ein frei verfügbares Medikament?

Wie funktioniert die App?

Die App ist einfach aufgebaut und leicht zu bedienen: Zuerst werden eure Symptome abgefragt, dann folgen weitere Fragen bis am Ende angezeigt wird, welche Krankheiten Personen mit ähnlichen Symptomen hatten. Das wiederum  kann auch für Ärzte hilfreich sein, meint Daniel Nathrath:

Wir haben bereits Test gefahren mit Hausärzten in Deutschland, England und in den USA, wo wir festgestellt haben, dass die Kombination mit Ada und den Fähigkeiten des Arztes zu besseren Ergebnissen für den Patienten geführt hat.

Denn die Patienten hätten vorher eben nicht nach ihren Symptomen gegooglet und wären entsprechend auch nicht völlig verwirrt beim Arzt angekommen. Die App, so Nathrath, bietet dem Arzt schon eine strukturierte Anamnese, mit der er dann auch weiter arbeiten kann.

Was sagt der Arzt?

Auch wenn bei Mensch gegen Maschine mittlerweile immer öfter die Technik gewinnt: Eine App kann mit einem richtigen Arzt nicht mithalten. Thomas Lipp, Allgemeinmediziner aus Leipzig und Chef der sächsischen Ärztevereinigung, lehnt Gesundheits-Apps aber nicht grundsätzlich ab.

Es gibt hunderttausende Apps und jeden Monat kommen hunderte dazu. Sehr viele sind industriegesteuert. Dahinter stehen wirtschaftliche Interessen. Vor denen warnen wir generell.

Ada Health hält der Allgemeinmediziner aber für eine gut funktionierende App. Programme mit einem guten Algorithmus seien durchaus sinnvoll für Patienten. Die Diagnose bewerten, müsse dann aber der Arzt.

Eine Person mit Erkaeltung haelt ein Smartphone in der einen, und ein Taschentuch in der anderen Hand
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Was passiert mit den Daten?

Allerdings bleibt da noch die Sache mit dem Datenschutz! Am Ende funktioniert die App ja nur, weil sie die Symptome verschiedener Nutzer miteinander vergleicht. Gesundheitsdaten müssen also gespeichert und ausgewertet werden. Die Entwickler von Ada Health sagen, dass die Nutzerdaten allein dem Patienten gehören. Die App lerne aber aus den anonymisierten Erfahrungen der Nutzer.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Nachmittag | 17. April 2018 | 18:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. April 2018, 14:57 Uhr

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