Ein Ventilator macht die Hitze etwas erträglicher
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Schüler und Arbeitnehmer: Gibt es Recht auf Hitzefrei?

18.07.2018 | 06:50 Uhr

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wird gerade geschwitzt: Eine Hitzewelle mit Temperaturen über 30 Grad rollt über uns hinweg. Wir klären, ob und wann Arbeitnehmer bei Hitze frei bekommen.

Ein Ventilator macht die Hitze etwas erträglicher
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Erst Job leichter machen, dann freigeben

In der Arbeitsstättenverordnung ist nur geregelt, dass eine Lufttemperatur von 26 Grad in Arbeitsräumen nicht überschritten werden sollte. Wird es doch wärmer, sind die Chefs in der Pflicht:

  • ab 26°C oder mehr, müssen die Büroräume vor Sonneneinstrahlung abgeschirmt werden, zum Beispiel mit Markisen oder Jalousien
  • ab 30°C oder mehr, muss der Arbeitgeber seine Mitarbeiter entlasten, zum Beispiel mit kostenlosen Getränken oder einem lockeren Dresscode. Zudem kann die Arbeitszeit in die kühleren Morgenstunden vorverlegt werden
  • ab 35°C oder mehr, muss ein Vorgesetzter seine Arbeitnehmer freistellen, wenn er sie nicht vor der Wärme schützen kann

Trotzdem dürfen Arbeitgeber dann nicht einfach gehen. Sie müssen den Chef auf die zu hohen Temperaturen hinweisen und dass sie deshalb den Arbeitsplatz verlassen.

Sonderregeln für Schwangere

Für bestimmte Personengruppen gibt es noch in der Arbeitsstättenverordnung noch zusätzliche Regeln. Schwangere und stillende Frauen, kranke oder ältere Mitarbeiter können auf bestimmte Temperaturen im Büro bestehen. Das gilt allerdings nur dann, wenn ein entsprechendes ärztliches Attest vorliegt. Kann der Chef eine bestimmte Arbeitszimmertemperatur nicht herstellen, muss er diese Mitarbeiter entweder in einem anderen Raum unterbringen oder sogar freistellen.

„Hitzearbeitsplätze“

Bauarbeiter bei hohen Temparaturen
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Für Bauarbeiter, Pizzabäcker oder Arbeiter am Hochofen gelten ähnliche Vorgaben: Der Chef muss seine Arbeiter vor der Hitze schützen. Dazu gehört Gratiswasser, die Arbeitszeiten anpassen, regelmäßige Pausen und so weiter. Und wenn wirklich gar nichts mehr geht, kann der Arbeitgeber auch Hitzefrei geben. Präzise Regeln fehlen aber im Gesetz. Die Gewerkschaft IG Bau rät zum Beispiel, oberhalb von 35 Grad grundsätzlich alle Arbeiten im Freien einzustellen. In Österreich ist man da schon weiter: Dort gibt es für Bauarbeiter das Schlechtwetterentschädigungsgesetz. Darin ist beispielsweise festgelegt, dass bei 35 Grad Hitze im Freien die Arbeiten eingestellt werden. Dann gibt es für die Arbeiter eine Entschädigung.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Morningshow | 18. Juli 2018 | 06:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Mai 2018, 15:16 Uhr

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