Eine Katze geht auf Weltreise

Eigentlich war die Tour so nicht geplant. Doch als Martin Klauka die fremde Katze am Straßenrand in Marokko auf die Schultern klettert, ist es um ihn geschehen.

Martin Klauka mit seiner Katze Mogli auf der Schulter.
Bildrechte: Martin Klauka

Der ursprüngliche Plan von Martin Klauka aus Hohenbocka, nördlich von Bautzen, war eigentlich, mit seinem Motorrad von Deutschland bis nach Dubai zu fahren. So geht die Reise im Jahr 2017 los. Insgesamt müssen 60.000 Kilometer bewältigt werden. Doch bereits am Anfang der Reise läuft ihm an einem Straßenrand in Marokko die kleine, zwei Monate alte Katze über den Weg. Dem Spiegel sagt Martin:

Sie war klein, völlig abgemagert und kletterte mir einfach auf den Arm und blieb den ganzen Tag bei mir. Die Leute aus dem Ort erzählten, dass die Mutter überfahren wurde.

Er behält die Katze für eine Nacht. Nach einer ersten Probefahrt auf dem Motorrad ist ihm klar: Bei der nächsten Tour wird Mogli dabei sein. Und so soll es geschehen. Bereits in den ersten zwei Jahren fahren die beiden auf Martins Motorrad mehr als 30.000 Kilometer - von Dubai über Südeuropa, die Türkei bis in die Vereinigten Arabischen Emirate.

Weltreise mit Mogli

Wenn die beiden auf ihrer Reise neue Orte erreichen, checkt Martin zuerst, ob es genug Rückzugsorte für Mogli gibt und keine Gefahren wie Hunde oder Leoparden in der Nähe zu befürchten sind. Denn das ist für die kleine Katze gar nicht so ungefährlich:

Eines Abends saß ich am Schreibtisch und Mogli am Fenster hinter einem Fliegengitter aus Metall. Auf einmal gab es einen lauten Knall. Als ich hochschaute, sah ich einen Leoparden am Gitter, der gerade versucht hatte, Mogli zu reißen.

Aktuell befinden sich die zwei Weltenbummler in Uttarakhand im Himalaja. Dort geht es Mogli besonders gut. Sie kann tagsüber draußen sein und Martin muss sich keine Sorgen um befahrene Straßen machen. Vor Einsamkeit auf seiner Reise macht sich Martin keine Sorgen.

Wenn ich abends ins Zimmer komme und sie wartet, fühlt sich das ganz anders an als ein leeres Hotelzimmer. Wo Mogli ist, bin ich zu Hause.

Wie geht es weiter?

Den Plan zurück nach Hause zu kommen, habe es schon des Öfteren gegeben, erzählte Martin dem BR. Beim ersten Mal schrieb er noch an seinem Buch. Ein Jahr später kam Corona dazwischen, dann war das Wetter nicht optimal und Anfang des Jahres war es wieder Corona. Nun planen die Zwei nächstes Jahr über Russland und Skandinavien zurück nach Deutschland zu fahren. In ein normales Leben zurückzukehren kann sich Martin aktuell aber nicht vorstellen. Dafür ist einfach zu viel passiert.

Mit Material von dpa, BR und Spiegel.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Feierabendshow | 07. September 2021 | 15:27 Uhr

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