So viele Arbeitsplätze hat uns die Corona-Pandemie gekostet

Die deutsche Wirtschaft bekommt die Folgen der Corona-Krise hart zu spüren, vor allem auf dem Arbeitsmarkt. Die Lage scheint sich allerdings langsam zu stabilisieren. Auch hier im Osten.

Eine junge Frau serviert im Restaurant Kaffee
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Einen Corona-Effekt könne man mittlerweile deutlich sehen, darin sind sich die Regionaldirektionen der Arbeitsagentur von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen einig. Im Vergleich zum Vorjahr seien in den drei Bundesländern insgesamt 43.800 Menschen mehr arbeitslos gemeldet.

Mit Stand Juli seien rein rechnerisch 14.000 Arbeitslose in Thüringen, 17.300 in Sachsen-Anhalt und 27.500 in Sachsen auf die Folgen der Corona-Pandemie zurückzuführen.

Arbeitsmarkt stabilisiert sich

Insgesamt erholt sich der Arbeitsmarkt aber langsam. In Sachsen-Anhalt und Thüringen ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Juni leicht gesunken. In Sachsen ist sie dagegen gestiegen, aber auch nur leicht um 0,2 Prozent.

Besonders hart wurden das Gastgewerbe und die Dienstleistungsbranche getroffen. Der Dienstleistungssektor erhole sich aber langsam wieder, auch weil viele Unternehmer ihre Arbeit wieder aufgenommen hätten.

Krise trifft die Jüngeren

In Sachsen seien vor allem jüngere Arbeitnehmer hart von der Krise getroffen worden, sagt Klaus-Peter Hansen, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion. Dahinter stecke vor allem auch, dass Berufseinsteiger weniger Kündigungsschutz und oftmals nur befristete Verträge haben.

In Sachsen-Anhalt ist die Arbeitslosigkeit bereits im vergangenen Monat leicht gesunken und dieser Trend hat sich jetzt fortgesetzt. Markus Behrens, der Geschäftsführer der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, sagte zu den Zahlen:

Wir kommen da hoffentlich mit einem blauen Auge davon.

In Thüringen ist im Juli zum ersten Mal seit Beginn der Krise die Arbeitslosigkeit nicht mehr angestiegen und sogar leicht rückläufig. Auch dort stehen die Zeichen vorerst auf Entspannung.

Wie geht es weiter?

Bei der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen geht man davon aus, das sich der Arbeitsmarkt im Frühherbst langsam wieder erholen wird.

Entscheidend sei aber vor allem auch die Entwicklung des Infektionsgeschehens und der internationalen Konjunktur. Das sei insbesondere für Thüringen und für Sachsen wichtig, weil die beiden Länder mehr von der internationalen Konjunktur abhängig sind als Sachsen-Anhalt. Und auch, ob die befürchtete Insolvenzwelle kommt, wird ein entscheidender Faktor sein.

Bis der Arbeitsmarkt auf dem Stand von vor Corona angekommen ist, würden aber sicher mehrere Jahre vergehen.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Nachrichten | 30. Juli 2020 | 10:00 Uhr

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