Ein Wolf durchstreift sein winterliches Gehege.
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Wolfschützer setzen Kopfgeld aus Toter Wolf bei Mortka: 10.000 Euro für Hinweise auf Schützen

Nach dem Fund eines geschossenen Wolfs bei Mortka im Landkreis Bautzen ist eine Belohnung für Hinweise auf den Täter ausgesetzt worden. Tierschützer haben 10.000 Euro bereitgestellt.

Ein Wolf durchstreift sein winterliches Gehege.
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Nach der Tötung einer jungen Wölfin in der Oberlausitz ist ein "Kopfgeld" auf den Täter ausgesetzt worden. Der Verein "Wolfsschutz-Deutschland" und die Initiative "Wolf, ja bitte" haben dafür 10.000 Euro bereitgestellt. Es geht um einen mit Schüssen durchlöcherten und mit Beton beschwerten Wolfskadaver, der vor einem Monat im Tagebausee Mortka entdeckt worden war.

Die Umstände der Tötung haben unter anderem Jürgen Bollig veranlasst, Geld für das Auffinden des Schützen zu spenden. "Es muss endlich was passieren", sagt der Bayer von der Initiative "Wolf, ja bitte". Entsprechende Hinweise, die bei der Initiative oder bei dem Verein "Wolfsschutz-Deutschland" eingehen, würden umgehend an die Staatsanwaltschaft weitergegeben.

Keine Spur vom Täter

Bisher gibt es keine Spur zum Täter. Wie Kathlen Zink vom sächsischen Landeskriminalamt am Donnerstag mitteilt, habe man noch keine Hinweise aus der Bevölkerung erhalten. Das Landratsamt Bautzen aber auch Tierschützer hatten Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt, denn Wölfe sind nach EU- und Bundesrecht streng geschützt. Ihre unerlaubte Tötung ist eine Straftat. Dennoch wurden in Sachsen seit 2009 sieben Wölfe illegal geschossen und einer vorsätzlich überfahren. Jürgen Bollig kann diese Taten nicht verstehen. In Bayern gebe es auch Wölfe und das werde akzeptiert. Der Luchs sei da schlimmer bei den Risszahlen. "In Bayern läuft auch die Entschädigung anders. Ein Ausgleichsfond zahlt sofort und zu hundert Prozent", so Bollig.

Streit zwischen Tierschützern und Wolfsgegnern

In der Oberlausitz sorgen Risse durch Wölfe regelmäßig für heftigen Streit zwischen Tierschützern und Wolfsgegnern. Unter anderem fordern Nutztierhalter, die finanzielle Verluste durch Risse zu beklagen haben, einen weniger strengen Schutz des Raubtieres. "Wir fangen jetzt an, die Lämmer in den Stall zu holen. Aber regionale Nachhaltigkeit entsteht nicht in verschlossenen Ställen", sagt beispielsweise Schafhalter Martin Just. "Ich hoffe, dass die Politik bald eine Lösung findet."

Im Raum steht der kontrollierte Abschuss von Problemwölfen, die immer wieder in Herden wildern. So wurde an diesem Donnerstag in der Gemeinde Neißeaue ein Nutztierriss mit sechs toten Schafen, einem verletzten und fünf vermissten Tieren gemeldet. Das teilte das Kontaktbüro "Wölfe in Sachsen" auf Anfrage von MDR SACHSEN mit. Ob hier ein Wolf gejagt hat, wird noch geprüft.

Eine Bürgerinitiative sammelte in diesem Jahr knapp 18.600 Unterschriften für eine Begrenzung der Wolfspopulation. Erst am Dienstag hatte sich zu der Thematik Ministerpräsident Michael Kretschmer mit Oberlausitzer Schäfern und Jägern getroffen. Er plädierte für einen vernünftigen Umgang mit dem Wolf.

Nach Angaben des sächsischen Wolfsmanagements haben Wölfe in Sachsen im vergangenen Jahr 66 Mal Nutztiere angegriffen. Dabei wurden 202 Tiere getötet und 28 Tiere verletzt. 17 Tiere sind vermisst. 

Quelle: MDR/ma/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 12.07.2018 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 12. Juli 2018, 16:41 Uhr

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