Blick auf Schüler, die in Klassenraum an Laptops arbeiten
Arbeiten, Lesen, Hausaufgaben – alles ist möglich am Laptop. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Lernen im digitalen Zeitalter Gymnasium in Sangerhausen als "Smart School" ausgezeichnet

Preisverdächtig: Das "Geschwister-Scholl-Gymnasium" in Sangerhausen darf sich als einzige Schule Sachsen-Anhalts "Smart School" nennen. Die Auszeichnung gab's am Dienstag in Berlin für die digitale Lernumgebung. Entstanden ist die smart vernetzte Schule durch Fördergelder und den Einsatz von Lehrern und Eltern.

Blick auf Schüler, die in Klassenraum an Laptops arbeiten
Arbeiten, Lesen, Hausaufgaben – alles ist möglich am Laptop. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Sangerhausen darf sich ab sofort "Smart School 2019" nennen. Die Schule ist am Dienstag in Berlin als einzige Schule in Sachsen-Anhalt mit dem Preis ausgezeichnet worden.

Bei dem Wettbewerb des Digitalverbands Bitkom konnte sich Schulen aus ganz Deutschland bewerben, die digitale Inhalte im Unterricht vermitteln, dafür die technischen Voraussetzungen schaffen und ihre Lehrer fortbilden.

Lernen mit Laptop und Multifunktionstafel

Statt mit Kreise und Tafel, geht in der Schule im Mansfelder Land alles per Laptop und Multifunktionstafel. Lehrerin Christine Messerschmidt sagt, mit dem Laptop vor sich hätten die Schüler einerseits Zugriff auf die Lernplattform in der Schule. Außerdem seien die digitalen Lehrbücher offline auf den Laptops verfügbar, so dass die Schüler die Bücher einfach am Gerät nutzen könnten. Auch am technischen Gerät könnten sie Passagen markieren und unterstreichen, so Messerschmidt.

Ranzen viel leichter

Die Kinder sind von der digitalen Lernmethode begeistert. So könne man den Duden immer am Laptop aufmachen und müsse nicht ewig im Buch suchen, erzählt eine Schülerin. Außerdem sind die Ranzen ohne die vielen Schulbücher viel leichter.

Entstanden ist die smart vernetzte Schule durch Fördergelder und das Engagement von Lehrern und Eltern. Schrittweise haben sie über Jahre hinweg in Eigeninitiative ausgeschachtet, Kabel verlegt und W-LAN-Netzwerke eingerichtet.

Christine Messerschmidt
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Aufgabe von Schule ist immer, sich weiterzuentwickeln, sich an die Lebenswelt der Schüler ein Stück weit anzupassen. Wenn die zu Hause nur noch mit dem Bildschirm, Handy oder Tablet zu tun haben, und wir schieben den Overhead-Projektor vor die Klasse, dann ist das einfach nicht mehr zeitgemäß.

Christine Messerschmidt, Lehrerin
Eingang "Geschwister-Scholl-Gynasium" Sangerhausen
An dem Gymnasium in Sangerhausen lernen 850 Schüler. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Rektor Jens Peter freut sich und ist stolz, dass sich die Beharrlichkeit im Kollegium ausgezahlt hat und mit einem Titel ausgezeichnet wird: "Sangerhausen, das sonst durch die hohe Arbeitslosenquote und wenig Geld bekannt ist – und dann geht sowas an einer Schule in Sangerhausen hervor".

Noch erfreuter wäre Rektor Peters allerdings, wenn die Schule den lang ersehnten Breitbandanschluss hätte. Obwohl das Kabel nur wenige Meter von der Schule entfernt anliegt, war bisher kein Anschluss möglich.

Quelle: MDR/agz

Dieses Thema im Programm MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 12. März 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. März 2019, 19:58 Uhr