Prozess gegen mutmaßlichen Reichsbürger Staatsanwaltschaft fordert acht Jahre Haft für Adrian Ursache

Der Prozess gegen den mutmaßlichen Reichsbürger Adrian Ursache geht seinem Ende entgegen. Am Montag haben Staatsanwaltschaft und die Verteidiger des 44-Jährigen ihre Plädoyers gehalten. Wann das Urteil gesprochen wird, ist aber noch nicht bekannt.

Der ehemalige Mister Germany Adrian Ursache im Landgericht in Halle/Saale
Adrian Ursache (links) soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft für acht Jahre hinter Gitter. (Archivfoto) Bildrechte: dpa

Im Prozess gegen den mutmaßlichen Reichsbürger Adrian Ursache fordert die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von acht Jahren. Staatsanwaltschaft Uwe Damaschke sagte beim 55. Verhandlungstag am Montag vor dem Landgericht Halle, der Angeklagte habe sich des versuchten Mordes schuldig gemacht. Ursache habe einen Polizisten durch einen Schuss verletzt. Dieser habe nur wegen seiner Schutzausrüstung überlebt.

Landgericht in Halle
Am Landgericht Halle lief am Montag der 55. Verhandlungstag im Prozess gegen Adrian Ursache. Er dauerte bis in die Abendstunden. Bildrechte: MDR

Aus Sicht der Verteidigung ist dagegen nicht erwiesen, dass Ursache geschossen hat. Der Angeklagte selbst wies den Vorwurf des versuchten Mordes am Montag zurück. Einer der Anwälte des 44-Jährigen sagte in seinem Plädoyer, die Indizienkette gegen Ursache habe "viele Lücken". Sein Mandant habe zwar eingeräumt, eine geladene Waffe dabei gehabt zu haben – nicht aber, selbst geschossen zu haben. Das sei im Prozess auch nicht bewiesen worden.

Ursaches Verteidigung forderte eine Verurteilung des Angeklagten wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Verstoßes gegen das Waffengesetz. Ein Strafmaß nannten die Verteidiger nicht. Sie sprachen sich aber dafür aus, den Haftbefehl gegen ihren Mandaten aufzuheben.

Wann das Urteil gesprochen wird, ist noch unklar. Das Gericht hat allerdings vorerst keine weiteren Verhandlungstermine anberaumt.

Vorwurf: Bei Räumung des Grundstücks geschossen

Adrian Ursache wird vorgeworfen, bei der gerichtlich angeordneten Zwangsräumung seines Grundstücks in Reuden im Burgenlandkreis im August 2016 geschossen zu haben. Er habe sein Grundstück und seine Familie verteidigt. Die Verteidigung spricht von Notwehr des Angeklagten und wirft dem Gericht vor, ein "politisches Verfahren" zu führen. Der Polizeieinsatz sei "unverhältnismäßig" gewesen.

Die Sicherheitsbehörden rechnen Adrian Ursache der sogenannten Reichsbürger-Bewegung zu. Diese sprechen dem Grundgesetz und staatlichen Behörden die Legitimität ab. Die Bewegung wird bundesweit vom Verfassungsschutz beobachtet.

Quelle: MDR, afp,dpa/ld

Dieses Thema im Programm MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 15. April 2019 | 20:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. April 2019, 21:13 Uhr