Grippewelle Besuchs-Stopp in Krankenhaus in Halle

Das Krankenhaus Martha-Maria in Halle muss wegen der Grippewelle einen drastischen Schritt gehen: Angehörige dürfen Patienten nur noch in Ausnahmefällen besuchen. Mundschutz und Kittel sind dann auch für Gesunde Pflicht.

Wolfgang Schütte, Ärztlicher Direktor des Krankenhauses Martha-Maria
Der Ärztliche Direktor des Krankenhauses Martha-Maria musste eine schwere Entscheidung treffen: Angehörige müssen momentan draußen bleiben. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Grippewelle zwingt das Krankenhaus Martha-Maria in Halle zu einem drastischen Schritt: Seit Tagen können Angehörige die Patienten im Krankenhaus nicht mehr besuchen. Bei der Besuchseinschränkung geht es allerdings weniger um die Patienten, die mit Grippe ins Krankenhaus kommen, als um die Patienten, die schwer krank im Krankenhaus liegen: "Es ist für sie gefährlich, wenn sie sich zusätzlich noch mit einer Grippe anstecken", sagte der Ärztliche Direktor Professor Wolfgang Schütte MDR SACHSEN-ANHALT.

Außenaufnahme des Krankenhauses Martha-Maria in Halle
Das Krankenhaus Martha-Maria in Halle-Dölau Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nur in dringendsten Fällen dürften Angehörige weiterhin ins Krankenhaus kommen. "Wenn jemand in einer Phase ist, wo möglicherweise auch der Tod eintritt, dann würden wir selbstverständlich nicht die Besuchserlaubnis entziehen", so der Chefarzt. Dass keine Besucher kommen dürfen, ist eine Vorsichtsmaßnahme, die es nur selten gibt. Das Krankenhaus Martha-Maria ist mit seinen weit mehr als 500 Betten derzeit voll belegt, darunter seien auch viele Patienten mit Grippe.

In den Arm nehmen geht nicht mehr

Zwei Krankenschwestern mit Schutzkleidung und Handschuhen
Auch das Krankenhauspersonal muss Schutzkleidung tragen, wenn es zu Patienten geht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Patienten und Angehörige würden für den Besuchs-Stopp sehr großes Verständnis zeigen. Nicht ganz so leicht fällt ihnen dagegen etwas anderes, so Stationsleiterin Sabine Heinebrodt: "Viele Patienten oder auch Angehörige, die in Not sind, suchen Körperkontakt, möchten mal in den Arm genommen werden." Doch es dürfe nicht noch mehr Personal erkranken. "Da erklären wir, dass das im Moment nicht möglich ist, wir nehmen Abstand, auch bei der Begrüßung durch Handschlag", sagte sie MDR SACHSEN-ANHALT. 

Wenn doch Besucher zu ihren Angehörigen gelassen würden, dann nur mit Schutzmasken, Schutzkleidung und Händedesinfektion. "Das ist alles verstärkt, was sowieso schon im Krankenhaus durchgeführt wird", so der Ärztliche Direktor Schütte. In Einzelfällen hätten zudem schon Operationen verschoben werden müssen – zum Schutz der Patienten und weil die Betten für Grippe-Kranke gebraucht würden. Bis Ostern, so die Einschätzung von Schütte, müsste diese Situation überstanden sein und damit auch die Besuchseinschränkung aufgehoben werden können.

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Quelle: MDR/lk

Dieses Thema im Programm MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 14. März 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. März 2018, 21:20 Uhr