Gelände eines Milchviehbetriebs in Demker.
In dem Betrieb in Demker sollen tote Kühe im Stall liegen gelassen worden sein. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Vorwurf Tiermisshandlung Landkreis erstattet Anzeige gegen Betrieb in Demker

Der Landkreis Stendal hat einen Milchviehbetrieb in Demker angezeigt. Dem Betrieb wird vorgeworfen, Kühe misshandelt zu haben. Bislang hatte der Landkreis keinen Anlass gesehen, gegen den Betrieb vorzugehen. Versäumnisse bei Kontrollen weist er weiterhin von sich.

Gelände eines Milchviehbetriebs in Demker.
In dem Betrieb in Demker sollen tote Kühe im Stall liegen gelassen worden sein. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach massiven Vorwürfen gegen einen Milchviehbetrieb in Demker, hat der Landkreis Stendal Strafanzeige wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz erstattet. Das Landratsamt erklärte, die von Tierschützern aufgenommenen Videos dokumentierten erhebliche Verstöße. Der Betrieb sei außerdem bereits mehrfach ordnungs- und verwaltungsrechtlich belangt worden.

Bislang hatte der Landkreis gesagt, dass bei seinen Kontrollen vor Ort keine gravierenden Befunde festgestellt worden seien. Es gebe keine Veranlassung, den Betrieb zu schließen.

Tierschützer: Kontrollen sind fraglich

Friedrich Mülln
Tierschützer Friedrich Mülln Bildrechte: MDR/Annette Schneider-Solis

Ob der Betrieb wirklich kontrolliert wurde, bezweifelt die Organisation "Soko Tierschutz". Sie hatte am Dienstag ihre Vorwürfe gegen den Landkreis erneuert. Tierschützer Friedrich Mülln warf dem Kreis vor, in einer Pressemitteilung nicht die Wahrheit verbreitet zu haben. Dabei bezieht er sich auf eine Kontrolle des Landkreises am 9. April 2018. Der Kreis hatte behauptet, bei der Kontrolle keine toten Tiere entdeckt zu haben. Die Tierschützer teilten mit, sie hätten den Betrieb zwei Tage später erneut überprüft und dieselbe mumifizierte Kuh gesehen, die sie bereits Tage zuvor gefunden hätten.

Landkreis: Pflichten nachgekommen

Weil das Veterinäramt Stendal seine Kontrollpflichten vernachlässigt haben soll, stellte die Organisation Strafanzeige. Auch den Betrieb in Demker zeigte sie an.

Der Landkreis weist den Vorwurf, seinen Kontrollpflichten nicht nachgekommen zu sein, weiterhin "vollumfänglich" zurück. Außerdem teilte das Landratsamt mit, dass Mitarbeitern inzwischen Gewalt angedroht wurde. Gegen die Absender werde Strafanzeige erstattet.

Betreiber: Videos sind manipuliert

Die Betreiber hatten die Vorwürfe der Türschützer ebenfalls zurückgewiesen. Die Videos der "Soko Tierschutz" seien manipuliert.

Die Organisation "Soko Tierschutz" hatte Videos veröffentlicht, die tote, bereits verweste und leidende Tiere unmittelbar neben lebenden Milchkühen zeigen. Den Vorwurf der Tiermisshandlung prüft nun die Staatsanwaltschaft.

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Quelle: MDR/sp

Dieses Thema im Programm MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 16. Mai 2018 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Mai 2018, 20:05 Uhr