Fischer zeigt auf trockene Flächen
Auf den Teichflächen von Fischer Gunther Thiem fehlen Unmengen Wasser. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Fischsterben Teiche mit Zuchtfischen trocknen regelrecht aus

Fischereibetriebe haben mit der Trockenheit zu kämpfen, so zum Beispiel Fischer Gunther Thiem in Möckern. Vor allem Forellen sind bei ihm durch gesunkene Wasserpegel extrem gefährdet.

Fischer zeigt auf trockene Flächen
Auf den Teichflächen von Fischer Gunther Thiem fehlen Unmengen Wasser. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Regen kündigt sich dieser Tage an, doch ist die starke Trockenheit weiter allgegenwärtig – und ein großes Problem für Fische. Das zeigt sich etwa bei den Teichen im Fischereibetrieb von Gunther Thiem in Möckern (Jerichower Land). "50 bis 60 Zentimeter Wasser fehlen auf der gesamten Anlage. Das sind rund 30 Hektar Wasserfläche. 200.000 Kubikmeter an Wasser, die einfach mal fehlen." Nur noch ein Viertel der sonst üblichen Wassermenge sei in seinen Teichen vorhanden. Mindestens zwei Wochen Landregen, das wünscht er sich.

Trockene Uferränder
Die Trockenheit zeigt sich deutlich. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In seinem Betrieb mästet Thiem in mehreren künstlich angelegten Teichen, einer Fläche von rund 30 Fussballfeldern, hauptsächlich Karpfen und Forellen. Normalerweise werden die Fischteiche mit frischem Wasser aus dem Bach Ehle versorgt. Doch der führt selbst sehr wenig Wasser.

Besonders schwer haben es unter diesen Bedingungen die Forellen. Das diesjährige Forellengeschäft sei bei einem Wasserstand von 40 bis 20 Zentimeter für den Betrieb nicht mehr zu retten. Wohler fühlen sich noch die Karpfen, die mit Niedrigwasser besser zurechtkämen.

"Sie ersticken regelrecht"

Wenig Wasser bedeutet wenig Sauerstoff. Was Fischen dabei so zu schaffen macht, erklärt Angelexperte Frank Mangold: "Sauerstoffmangel bedeutet: Sie atmen langsamer, stehen unten und nehmen Dreck auf. Die Kiemen zum Beispiel verdrecken. Sie ersticken regelrecht." Um den Fischen Abhilfe zu verschaffen, verweist Mangold auf eine Praxis aus anderen Städten und Regionen in Deutschland, wonach über Unterflurhydranten Wasser in Teiche gepumpt werde. "So etwas gibt es hier noch nicht. Das sollte gemacht werden."

Fischer Gunther Thiem muss mit der Trockenheit erst einmal weiter klar kommen, wie viele andere seiner Zunft auch. Schon jetzt erwartet Thiem wegen des ausbleibenden Regens rund zehn Tonnen weniger Fisch in dieser Saison. Er rechnet vor: Ein Verlust von mindestens 150.000 Euro.

Ein Mann wirft eine Angel aus.
Angler Frank Mangold plädiert dafür, zusätzlich Wasser in die Teiche zu pumpen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR/mg

Dieses Thema im Programm MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 11. Juli 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Juli 2018, 21:30 Uhr