Elefant Thabo-Umasai
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Wildtiere im Zoo Trauriges Schicksal: Elefant Thabo aus Dresden starb schon 2017 in den USA

Als Mini-Elefant eroberte er die Herzen der Zoo-Besucher in Dresden. Thabo Umasai war der tapsige Star vor zehn Jahren. Dann kam er in einen Zoo in die USA. Jetzt wurde bekannt, dass der Elefant dort schon Anfang Juli 2017 eingeschläfert wurde. Eine Nachricht, die die Zooverantwortlichen in Dresden nachdenklich stimmte.

Elefant Thabo-Umasai
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Der Elefant Thabo Umasai war das erste und bislang einzige Elefantenbaby, das im Zoo Dresden 2006 auf die Welt gekommen ist. Jetzt wurde bekannt, dass der Elefanten-Bulle bereits seit Juli 2017 tot ist. Auf der Homepage einer privaten Initiative für Zoo-Elefanten weltweit heißt es, er habe an einer Auto-Immunkrankheit gelitten und wurde Anfang Juli 2017 im Alter von elf Jahren eingeschläfert. "Wir haben aus dem Zoo in Pittsburgh keine Informationen bekommen und auch erst recht spät vom Tod erfahren", sagte Zoo-Sprecherin Kerstin Eckart.

Ausgewachsene Elefantenbullen sind Herausforderung für Zoos

Der zoologische Leiter in Dresden, Dr. Wolfgang Ludwig hatte erste Gerüchte zum Tod des Elefanten von einer Besucherin gehört und mit einem Tierpfleger aus den USA geredet. Der habe auch von einer Auto-Immunkrankheit des Tieres gesprochen. "Ich fragte mich, ob das wirklich stimmen konnte und zweifelte. Dann dachte ich, wie verrückt die Welt doch ist. Da haben wir ein genetisch wertvolles Jungtier aufgezogen und dann erleidet es solch ein Schicksal", sagte Ludwig im Gespräch mit MDR SACHSEN. Mehrere Nachfragen bei der Zooleitung in Pittsburgh blieben unbeantwortet. Bis heute weiß der zoologische Leiter nichts Konkretes über Thabos Erkrankung und Todesumstände.

Der Bulle wurde 2006 von Elefantenkuh Drumbo geboren und liebevoll umsorgt. Im Alter von vier Jahren griff Thabo eine seiner Tierpflegerinnen an. Die damals 43-jährige Frau wurde bei dem Vorfall schwer am Kopf verletzt und ist nach Angaben des Zoos nicht mehr im Dienst. Bereits längere Zeit vor dem Angriff hatte festgestanden, dass Thabo Umasai in eine größere Anlage in den Pittsburgh Zoo & PPG Aquarium in den USA kommen sollte, wo er 35 Hektar Platz zur Verfügung hatte. "Ausgewachsene Elefantenbullen im Zoo zu halten, sind eine Herausforderung. Denn sie sind viel größer und stärker als Elefanten-Kühe. Das verlangt bauliche Maßnahmen, die wir in Dresden 2011 nicht bieten konnten", erklärte Zoosprecherin Eckart den Umzug. Der fand dann vor genau sieben Jahren im August statt.

Bald wieder Elefantennachwuchs in Dresden?

Elefanten im Zoo Dresden
Drumbo, die Mutter des verstorbenen Thabo, Mogli und Sawu können am Sonntag am neu ausgebauten Afrikahaus beim Training beobachtet werden. Der Zoo feiert am Sonntag den Weltelefantentag mit Aktionen, Bastelstand und Wissensquiz. Bildrechte: meeco Communication Services

Mitterweile ist die Anlage in Dresden ausgebaut worden. Die Außenmauern zur Absicherung sind drei Meter hoch. "Jetzt kann auch ein Elefantenbulle beherbergt werden", sagte Ludwig. Der Zoo hat bei der Europäischen Zoovereinigung beantragt, vorübergehend einen Zuchtbullen ins Afrikahaus Dresden zu bekommen, um die Nachwuchsarbeit wieder aufzunehmen. Geht es nach Wolfgang Ludwig, sollte bis zum Herbst 2018 ein Bulle aus einem Zoo aus der näheren Umgebung - möglichst aus Ostdeutschland, Hessen oder Niedersachsen - die drei Dresdner Elefantenkühe kennenlernen. "Wir haben dazu noch keine Rückmeldung bekommen, hoffen aber, dass es bald losgehen kann."
Welche der drei Dresdner Damen sich mit dem Neuzugang paaren wird, müsse sich erst ergeben. "Wir werden testen müssen, wer sich am besten miteinander verträgt", erklärte Ludwig.

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 10.08.2018 | 10:00 Uhr in den Nachrichten

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Zuletzt aktualisiert: 10. August 2018, 13:39 Uhr

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