Nachwuchs-Schornsteinfegerin Lara Keller
Lara Keller ist Schornsteinfegerin aus Leidenschaft. Bildrechte: MDR/Christine Warnecke

Nachwuchs-Handwerker Vom Glück verfolgt: die beste Schornsteinfegerin Sachsen-Anhalts

Im Schloss Köthen sind am Donnerstag die besten jungen Handwerker des Landes geehrt worden. Unter ihnen: Lara Keller, Schornsteinfegerin im Sülzetal im Bördekreis. Sie erzählt, wie sie zum Beruf gekommen ist – und warum sie sich für ihn begeistert.

Nachwuchs-Schornsteinfegerin Lara Keller
Lara Keller ist Schornsteinfegerin aus Leidenschaft. Bildrechte: MDR/Christine Warnecke

Die 24-jährige Lara Keller hat ihren Traumjob gefunden – im zweiten Anlauf. Eigentlich ist sie ausgebildete Drogistin. Dann hat sie eine ganz andere Richtung eingeschlagen: Jetzt arbeitet sie als Schornsteinfegerin. Und das mit Begeisterung. "Ich bin draußen, habe die schönsten Ausblicke, die sonst keiner hat – und ein bisschen ist es ein Adrenalinkick, wenn man aus dem Dach aussteigt und über den Dächern steht. Einfach klasse", schwärmt sie. Höhenangst habe sie keine.

Schornsteinfegerin ist Keller eher aus Zufall geworden. Als Drogistin hat sie nur einen Halbtagsjob gehabt, das hat ihr nicht gereicht. Auf einer Berufsmesse hat sie dann den Handwerksberuf für sich entdeckt und sich umschulen lassen. In den zwei Jahren lernte sie vor allem Chemie und Physik und Gesetzestexte. Denn Schornsteinfeger müssen sich auch mit der Landesbauordnung auskennen.

Technisches Geschick ist gefragt

Weil Schornsteinfeger auch mal Heizungen auseinander bauen müssen, darf außerdem technisches Geschick nicht fehlen. "Man sollte mit Schraubenzieher oder Akkubohrer umgehen können", sagt sie. Keller hat ihrem Vater oft geholfen, etwas selbst zu bauen oder zu reparieren. "Ich fühle mich in dem Beruf richtig gut aufgehoben", sagt sie.

Nachwuchs-Schornsteinfegerin Lara Keller
Lara Keller ist momentan als Gesellin im Sülzetal unterwegs. Bildrechte: MDR/Christine Warnecke

Auch wichtig als Schornsteinfeger sei ein guter Draht zu Kunden. Schließlich betrete man die privaten Wohnungen. Keller ist gerade als Gesellin im Sülzetal im Bördekreis unterwegs. Viele Kunden berühren oder umarmen sie – immerhin sollen Schornsteinfeger Glück bringen. "Jeder umarmt einen, freut sich und sagt: 'Heute habe ich Glück'", erzählt Keller. "Ich freue mich einfach, wenn ich Menschen allein mit meinem Beruf glücklich machen kann."

Nächstes Ziel: Meister machen

Haben Schornsteinfeger selbst denn richtig viel Glück? "Ich bin schon ein bisschen vom Glück verfolgt", findet Keller. "Ich habe einfach Glück mit meinem Ausbildungsbetrieb und den zweiten Beruf zu lernen, das war mein großes Glück." Am Donnerstag wird sie auf Schloss Köthen zudem als eine der Besten im Handwerkernachwuchs des Landes geehrt.

Keller hat schon neue Pläne: Sie will ihren Meister machen. Ihr Motto: "Was ich hab, hab ich." Vielleicht möchte sie sich auch selbstständig machen. Ihre Chancen auf einen eigenen Kehrbezirk stehen gut: Viele ältere Schornsteinfeger gehen demnächst in Rente und nur wenige kommen nach.

Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 06. Dezember 2018 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Dezember 2018, 14:58 Uhr