18.12.2019 | 19:21 Uhr Leipziger Künstler wollen Annaberger Bergaltar neu interpretieren

Altar in Annaberg
Der Annaberger Bergaltar soll Mittelpunkt einer Kunstinstallation der kommenden Landesausstellung werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ein Künstlerkollektiv aus Leipzig will den Annaberger Bergaltar ins 21. Jahrhundert übersetzen. Erarbeitet wird eine Videoinstallation, die die Gedankenwelt des mittelalterliche Kunstwerk ins Heute holt. In St. Annen wurde am Mittwoch ein Fördermittelbescheid übergeben.

Ikone neu interpretiert

Das Geld soll helfen, die Installation im kommenden Jahr in der Zentralausstellung der 4. Sächsischen Landesausstellung zur Industriekultur zu präsentieren. Die Produktion des Videos wird u.a. gefördert von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Kulturstiftung des Landes Sachsen. "Der Annaberger Bergaltar ist eine Art Ikone für die sächsische Industriekultur", so Manuel Frey von der Kulturstiftung. "Wir sind als Förderer der Künste froh, dass der Altar von 1521 neu thematisiert wird. Damit kann jahrhundertealte Tradition hinterfragt werden." Nach der Landesausstellung soll die Videoarbeit dauerhaft in einer Stätte des UNESCO-Weltkulturerbes Montanregion zu sehen sein.

Kunstwerk trägt den Titel "Ausbeutung"

Unter dem Titel "Ausbeutung, oder wie man die Oberfläche durchbricht" will das sechsköpfige Künstlerteam aus Leipzig sein Werk präsentieren. "Es ist eine künstlerische Recherche, die nah am materiellen Teil des Bildes beginnt und versucht über die Protagonistin - eine Restauratorin - Zusammenhänge des Bildes im Heute zu begreifen", erklären Deborah Jeromin und Clemens von Wedemeyer. Das Kunstwerk soll gleichzeitig die Kunstgeschichte wiederspiegeln. Von der Malerei über Fotografie bis hin zum Bewegtbild und digitalen Medien. "So wollen wir Arbeitsbewegungen im Bild sichtbar machen und folgen Hinweisen auf globale Zusammenhänge des Rohstoffabbaus sowie dessen Kosten."

Quelle: MDR/fg/Stiftung Deutsches Hygiene-Museum

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 18.12.2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Dezember 2019, 19:21 Uhr

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