Rihanna ist einer der Stars, die Keaton Jones Mut zusprechen
Bildrechte: Imago

Emotionales Video eines US-Schülers Stars wie Rihanna, Justin Bieber und Katy Perry stellen sich hinter gemobbten Jungen

Fertig gemacht und gedemütigt: In einem emotionalen Video erzählt der kleine Keaton Jones unter Tränen, wie schlimm er in der Schule gemobbt wird. Die Mutter stellt das Video ins Netz. Viele Stars stellen sich öffentlich hinter den Jungen. Doch dann gibt es Rassismusvorwürfe.

Rihanna ist einer der Stars, die Keaton Jones Mut zusprechen
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Ein kleiner Junge sitzt auf dem Beifahrersitz eines Autos und erzählt unter Tränen, wie schlimm sein Schultag war. Seine Mitschüler hätten ihn mit Milch übergossen und Schinken in seine Kleidung gestopft, erzählt US-Schüler Keaton Jones aus Knoxville im Bundesstatt Tennessee. In dem Facebook-Video erzählt der Sechstklässler ganz verzweifelt, die anderen hätten sich über seine Nase lustig gemacht. Außerdem sagten sie, er hätte keine Freunde. Was er am Ende tapfer in die Kamera sagt, zerreißt Eltern das Herz:

Es ist so hart. Aber kein Problem, es wird besser. Irgendwann.

Hier seht Ihr das emotionale Video, dass die Mutter von Keaton Jones gemacht hat:

Die Mutter des Jungen, Kimberly Jones, stellt das Video mit dem Einverständnis des Jungen auf ihre Facebook-Seite. Sie will nach eigener Aussage auf der Seite damit andere darauf aufmerksam machen, was Mobbing bei Kindern auslöst. Offensichtlich stellen dann andere Nutzer das Video auch auf Youtube (siehe Video oben.)

Stars sprechen Mut zu

Mehrere Millionen Menschen sehen den Clip und irgendwann melden sich auch zahlreiche Hollywoodstars, Sportler und Musiker zu Wort. Katy Perry schreibt, das Video hätte ihr das Herz gebrochen. Sie fordert alle auf, nett zu einander zu sein. „Captain America“-Star Chris Evans lädt den Jungen zur Premiere des neuen Avenger-Blockbusters ein. Rihanna nennt den Jungen in einem Twitter-Post einen Helden, der sie alle inspiriere. Star Wars-Schauspieler Mark Hamill ergänzt, Keaton solle nicht drüber nachdenken, warum seine Peiniger so gemein zu ihm seien. Das seien einfach traurige Leute, die anderen gern weh tun. Justin Bieber schließlich lobt in einem Video Keatons Mut, sich gegen das Mobbing zu wehren.

Auf Twitter trendet der Hashtag #standwithkeaton und unter diesem Label startet ein Nutzer eine Spendenaktion für Schüler. Innerhalb von nur drei Tagen kommen mehr als 50.000 US-Dollar zusammen.

Vorwürfe gegen die Mutter

Doch wenige Tage nach dem emotionalen Facebook-Post der Mutter gibt es kritische Fragen. So will etwa der Direktor von Keatons Schule, Greg Clay, im örtlichen Fernsehsender „Knox News“ wissen, warum sich Kimberly Jones nicht an die Schule gewandt hat. Die Vorfälle mit Milch und Hänseleien in der Schulkantine seien schon Wochen her. Die Schule habe damals schon gehandelt. Zudem berichten US-Medien über Rassismus-Vorwürfe gegen die Mutter. Die hatte auf Facebook früher unter anderem Familienfotos vor einer Flagge der ehemaligen Südstaaten posiert, die in den USA auch als rassistisches Symbol missbraucht wird. US-Zeitungen berichten zudem, Kimberly Jones habe auf Facebook geschrieben, man solle aufhören, über Sklaverei und Rassismus zu jammern. Diesen Post soll die Mutter zwei Wochen nach dem Aufmarsch von Rechtsextremen in Charlottesville, Virginia veröffentlicht haben. Damals war ein Mann mit einem Auto in eine Gruppe von Gegendemonstranten gerast und hatte dabei eine junge Frau getötet.

"Gestern geliebt, heute gehasst"

Auf die Rassismus-Vorwürfe hat Kimberly Jones im US-Fernsehen geantwortet. Sie sagt in ABC News: Good Morning America, ihre Familie seien keine Rassisten. Wer sie kenne, wisse das. Sie entschuldigt sich für die kritisierten Bilder. Zudem sagt die Mutter des Jungen:

Gestern hat die Welt uns geliebt. Heute hasst die Welt uns.

Außerdem hat Kimberly Jones die Einstellungen für ihre vorher öffentlich einsehbare Facebook-Seite geändert. Nur Freunde können noch zugreifen. Auch ihr Instagram-Konto ist auf „privat“ gestellt. Die Spendenaktion im Netz ist inzwischen ebenfalls gestoppt.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP | MDR JUMP am Abend | 13. Dezember 2017 | 20:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Dezember 2017, 14:00 Uhr

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