Lena Meyer-Landrut singt auf einem Konzert
Bildrechte: IMAGO/Future Image

Lena Meyer-Landrut kritisiert Blutspende-Regeln für Homosexuelle

18.01.2019 | 12:52 Uhr

In ihrer Instagram-Story zeigt sich Lena Meyer-Landrut über die Blutspende-Regeln für Homosexuelle entsetzt. Durch einen Freund hat sie erfahren, dass homosexuelle Männer kein Blut spenden dürfen.

Lena Meyer-Landrut singt auf einem Konzert
Bildrechte: IMAGO/Future Image

Hair- und Make-up-Artist Philipp Verheyen ist Lenas Freund und homosexuell. Er hat ihr davon erzählt, dass er kein Blut spenden dürfe. In ihrer Instagram-Story sagt sie:

Ich bin gerade so geschockt. Phili sagte mir gerade: ,Ich würde ja gerne Blut spenden, aber ich darf nicht!‘ Ohne Scheiß, ich finde es gerade richtig krass. Phili darf kein fucking Blut spenden, weil er schwul ist! Ich bin richtig schockiert.

Aufgeregt fährt sie fort:

Ich finde das nicht okay. Not cool, Deutschland!

Seit 2017 gibt es neue Blutspende-Regeln

Noch bis 2017 durften homosexuelle Männer kein Blut spenden. Denn statistisch gesehen infizieren sich homosexuelle Männer häufiger mit HIV und Hepatitis C. So könnten auch die Blutkonserven damit infiziert sein, denn die Viren können erst nach einigen Wochen im Blut nachgewiesen werden.

Seit 2017 ist es nun so, dass Menschen der sogenannten Risikogruppe auf eine Art Warteliste kommen. In der "Richtlinie zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten" der Bundesärztekammer heißt es zu den Risikogruppen und deren Wartefrist:

...deren Sexualverhalten ein gegenüber der Allgemeinbevölkerung deutlich erhöhtes Übertragungsrisiko für durch Blut übertragbare schwere Infektionskrankheiten, wie HBV, HCV oder HIV, bergen, für 12 Monate: heterosexuelle Personen mit sexuellem Risikoverhalten, z. B. Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern; Personen, die Sexualverkehr gegen Geld oder andere Leistungen (z. B. Drogen) anbieten (männliche und weibliche Sexarbeiter); Männer, die Sexualverkehr mit Männern haben (MSM); transsexuelle Personen mit sexuellem Risikoverhalten.

Das bedeutet, wenn sie mindestens ein Jahr keinen Geschlechtsverkehr hatten, dürfen sie spenden. Der Geschlechtsverkehr darf auch nicht mit dem eigenen Ehepartner oder festen Freund geschehen. Das müssen die potentiellen Spender in einem Fragebogen vor dem Spenden wahrheitsgemäß angeben. In England und Schottland hingegen beträgt diese Wartefrist zum Beispiel nur drei Monate.

Lena mit Hair-Stylist Philipp Verheyen

Dieses Thema im Programm MDR JUMP am Abend | 28. Januar 2019 | 21:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Januar 2019, 12:52 Uhr

Gerade aktuell