Katy Perry bei einem Konzert in Lissabon 2018
Bildrechte: IMAGO/ZUMA Press/Pedro Fiuza

Update im Plagiatsstreit: Katy Perry und Partner müssen 2,78 Millionen Dollar zahlen

02.08.2019 | 16:13 Uhr

Katy Perry hat für einen ihren Hits Teile eines Songs vom christlichen Rapper Marcus Gray kopiert. Zu diesem Schluss kam eine Jury in Los Angeles. Nun muss sie Schadenersatz zahlen. Und Katy Perry ist nicht die einzige, die abgekupfert hat.

Katy Perry bei einem Konzert in Lissabon 2018
Bildrechte: IMAGO/ZUMA Press/Pedro Fiuza

Sie habe noch nie von dem Rap-Song von Marcus Gray gehört. Ihr Stück sei komplett neu: Das erklärte Katy Perry vor dem Geschworenengericht im Plagiatsprozess. Sie bot zudem an, "Dark Horse" live zu singen, ihre Verteidiger argumentierten zudem, der Rhythmus von "Joyful Noise" sei "gang und gäbe" und könne daher auch gar nicht vom Urheberrecht geschützt werden. Es half alles nichts.

Schadenersatz in Millionenhöhe

Die Jury hat geurteilt: Katy Perry und ihr Team haben sich beim Rhythmus und bei der Tonfolge bei dem Song von Rapper Marcus Gray bedient. Das Gericht hat nun entschieden, dass Katy Perry und ihr Plattenlabel 2,78 Millionen Dollar (etwa 2,5 Millionen Euro) Schadenersatz an Marcus Gray und seine beiden Co-Autoren zahlen müssen. Katy Perry selbst muss 550.000 Dollar (rund 495.000 Euro) blechen, ihr Label Capitol Records ist für den überwiegenden Teil der Summe verantwortlich.
2014 hatte Marcus Gray, der unter dem Künstlernamen "Flame" auftritt, das erste Mal gegen Katy Perry geklagt. Fünf Jahre zog sich der Prozess hin, mit Erfolg für den Underdog.

Für den direkten Vergleich: Das ist Katy Perrys Hit "Dark Horse" von 2013.

Das ist der Song "Joyful Noise", den Katy Perry und ihr Team in Teilen kopiert haben. Die Ähnlichkeit hören auch Musiklaien. Der Rapsong erzählt vom Leben und Wirken Jesus Christus' und wurde inzwischen fast drei Millionen Mal angehört.

Ed Sheeran soll bei Marvin Gaye kopiert haben

US-Gerichte beschäftigen sich zur Zeit noch mit einigen anderen Plagiatsvorwürfen. Der britische Sänger und Songwriter Ed Sheeran soll sich für seinen Superhit "Thinking Out Loud" beim bekannten "Let's Get It On" (1973) von Marvin Gaye bedient haben. Rhythmus und Melodie ähnelten sich stark, begründete die Erben des Produzenten Edward Townsend ihre 100-Millionen-Dollar-Klage. Er hatte den Song damals gemeinsam mit Gaye geschrieben. Aktuell ist der Prozess vom Gericht auf unbestimmte Zeit verschoben, weil der Richter das Urteil in einem anderen Plagiatsprozess abwarten möchte. In dem geht es darum, ob Led Zeppelin ihr legendäres Gitarrenriff für "Stairway to Heaven" beim Song "Spirit" der Band Taurus abgehört haben.

Der Hit "Lets Get It On" des 1984 getöteten Soulsängers Marvin Gaye gilt als "Hymne auf die Sexualität" und wird gern für Playlists fürs Schlafzimmer genutzt.

Auch von Marvin Gaye kopiert: Robin Thicke und Pharell Williams

Auch über den Hit "Blurred Lines" wurde vor Gericht verhandelt. 2015 sah es eine Jury als erwiesen an, dass Thicke und Williams bei Marvin Gayes Hit "Got to Give It Up" abgekupfert haben. Die Erben des Soulsängers bekamen am Ende rund fünf Millionen Dollar Entschädigung zugesprochen. Pharell Williams kritisierte, das Urteil diskriminiere Musiker, die sich von anderen inspirieren lassen. Er habe den Soulklassiker beim Schreiben seines Hits "gefühlt".

Das ist laut Gericht die Vorlage für "Blurred Lines": Marvin Gayes Song "Got to Give It Up". Auch hier hört man die Ähnlichkeit ziemlich gut heraus.

West-Vorbilder für Pudhys

Das Lied "Wenn ein Mensch lebt" kennt jeder, der in der DDR aufgewachsen ist. Der Hit wurde durch den Film "Paul und Paula" bekannt. Das Lied ähnelt stark dem Bee Gees-Song "Spicks and Specks".  

Trotzdem würde niemand auf die Idee kommen, den Pudhys ein Plagiat vorzuwerfen. Bei DDR-Bands war es durchaus üblich, sich an ihren großen Vorbildern aus dem Westen zu orientieren und auch Cover-Versionen der Hits aus dem "nicht-sozialistischen Ausland" zu spielen. Zudem bekamen die Pudhys Musik und Text damals von dem Komponisten Peter Gotthard vorgelegt.

Dieses Thema im Programm MDR JUMP - Nachrichten | 30. Juli 2019 | 13:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2019, 16:13 Uhr