Zwei Männer tragen Asbestplatten.
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Lungenerkrankungen Höhepunkt von Asbest-Krankheiten steht noch bevor

Krebs, Asbestose, Mesotheliom-Tumor. So heißen die Krankheiten, die durch den Kontakt mit asbestfaserhaltigem Staub entstehen können. Doch oft machen sie sich erst nach Jahrzehnten bemerkbar.

von Raja Kraus

Zwei Männer tragen Asbestplatten.
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Erkrankungen in Folge von Kontakt mit asbestfaserhaltigem Staub nehmen weiter zu. Das zeigen Zahlen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, die das MDR-Magazin "Hauptsache Gesund" ausgewertet hat. 1987 gab es demnach insgesamt 1.663 Verdachtsanzeigen zu Krankheiten, die mit Asbest in Verbindung gebracht werden. 2018 waren es 9.891 solcher Anzeigen. Das entspricht einer Zunahme um 495 Prozent. Aber auch in jüngerer Zeit nehmen die Verdachtsmeldungen zu. Von 2017 auf 2018 etwa ist die Gesamtzahl der Verdachtsanzeigen der mit Asbest in Verbindung gebrachten Krankheiten noch immer um 1,4 Prozent gestiegen.

Höchststand steht noch bevor

"Wir rechnen mit einem Höchststand von Erkrankungen zwischen 2020 und 2030", sagte Prof. Jens Schreiber, der Direktor der Universitätsklinik für Pneumologie in Magdeburg. Erst nach 2030 rechne man mit einem Rückgang von Erkrankungen, die mit Asbest in Verbindung gebracht werden. "Bis die Erkrankung nach Asbestkontakt auftritt, kann es 30 bis 40 Jahre dauern", sagte der Pneumologe. In Deutschland wurde die Herstellung und Verarbeitung von Asbest 1993 verboten.

Abbau gefährlicher als Bestandserhalt

Asbest
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Zahlen darüber, wie viel Asbest heute in Deutschland noch verbaut ist, gibt es hingegen nicht. Vor allem Gebäude, die zwischen dem Ende der 1950er- und Mitte der 1970er-Jahre erbaut wurden, hätten vermehrt Baumaterialien mit Asbestanteil, sagte Prof. Jörg Joppien, der den Lehrstuhl für Gebäudelehre und Entwerfen an der TU Dresden innehat. "Soweit diese Bauelemente gebunden oder eingebaut sind, besteht weniger Gefahr für Asbestose. Der Abbau ist oft gefährlicher als der Bestandserhalt."

Dieses Thema im Programm MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 10. Oktober 2019 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Oktober 2019, 12:56 Uhr