Die deutsche Tennisspielerin Angelique Kerber (GER) beim Match gegen Belinda Bencic (SUI) am 07.02.2016 im Fed-Cup-Viertelfinale Deutschland - Schweiz in Leipzig (Sachsen)
Bildrechte: IMAGO

Haben Tennisbälle in Wimbledon immer dieselbe Temperatur?

12.07.2018 | 00:00 Uhr

Sarah und Lars aus der MDR JUMP Morningshow prüfen jeden Morgen um 05:20 Uhr und 07:20 Uhr Internetmythen auf ihren Wahrheitsgehalt. Gemeinsam mit Experten wird eine wilde Behauptung aus dem Netz unter die Lupe genommen: Ist es ein Fakt oder nur ein Fake?

Die deutsche Tennisspielerin Angelique Kerber (GER) beim Match gegen Belinda Bencic (SUI) am 07.02.2016 im Fed-Cup-Viertelfinale Deutschland - Schweiz in Leipzig (Sachsen)
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Da muss man wirklich sagen: Hut ab! Angelique Kerber und Julia Görges schreiben in Wimbledon eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte. Die beiden Tennisspielerinnen stehen bei dem populären Rasenturnier unter den besten Vier. Ihr Abschneiden ist einmalig. Das muss aber noch nicht das Ende sein.

Erstmals in einem halben Jahrhundert Profitennis sind am Dienstag zwei deutsche Damen ins Halbfinale von Wimbledon eingezogen. Beiden fehlt beim berühmtesten Tennis-Turnier der Welt nur noch ein Sieg zum Finale, ein deutsches Endspiel auf den Rasenplätzen in London hat es bislang nur 1931 gegeben. 

Am Halbfinaltag wollen wir wissen: Stimmt es, dass die Temperatur der Tennisbälle in Wimbledon - egal bei welchem Wetter und egal bei welcher Außentemperatur - genau 20 Grad betragen muss?

Fakt oder Fake?

Ingo Froböse kennt sich aus mit allem was sich um Sport, Wohlbefinden, Fitness oder Gesundheit dreht. Außerdem ist er Universitätsprofessor für Prävention und Rehabilitation im Sport an der Deutschen Sporthochschule in Köln

Ja das stimmt, man kann sich das kaum vorstellen. Aber auch hier haben die Engländer alles im Griff.

Die Tennisbälle beim Wettkampf in Wimbledon haben also alle eine einheitliche Temperatur. Nur, warum?

Das liegt am Luftdruck der Bälle, der muss nämlich normiert blieben. Denn dadurch bleibt das Ball-Abspringen auf dem Rasen identisch. Man muss sich das wie folgt vorstellen: Moderne Tennisbälle haben einen holen Gummikern. Und dieser ist von dem gelben Filz, also dem hochwertigen Web-Stoff umgeben. Da drinnen befindet sich zusammengepresste Luft und die sorgt eben dafür dass der Ball springt.

Ok, aber jetzt wissen wir immer noch nicht, warum jeder Ball die gleiche Temperatur haben soll.

Die Temperatur hat natürlich einen Einfluss auf den Luftdruck im Ball. Und dementsprechend heißt es: Wenn die Temperatur exakt bei zwanzig Grad bleibt, weiß der Spieler immer, der Ball springt so und so ab, und ich muss so und so viel Druck über den Schläger auf den Ball geben, um ihn dort zu platzieren. Es hilft also, den Spieler und das Spiel etwas transparenter zu machen.

Übrigens: Auch Boris Becker hatte den beiden Schleswig-Holsteinerinnen für die Viertelfinals die Daumen gedrückt - und beide boten emotionale Auftritte. Kerbers Viertelfinale entwickelte am Ende mitreißende Spannung, als sie in sehenswerten Ballwechseln zunächst sechs Matchbälle ausließ. Nach einer überzeugenden Vorstellung nutzte die deutsche Nummer eins mit Nervenstärke ihren siebten Matchball. «Ich habe versucht, nicht daran zu denken, dass es Matchball ist und mich bis ans Limit gepusht», sagte die Linkshänderin. «Sie hat mich ein bisschen geschickt. Ich hatte das Gefühl, dass ich wer weiß wie viele Kilometer gerannt bin.»

Der Sportwissenschaftler Ingo Froböse sitzt in Köln (Nordrhein-Westfalen) an der Sporthochschule vor dem eSport-Team der Sporthochschule.
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Unser Experte Ingo Froböse ist Sportwissenschaftler an der Deutschen Sporthochschule in Köln.

Die MDR JUMP Morningshow sagt dem Halbwissen den Kampf an und prüft ab sofort jeden Morgen um 05:20 Uhr und 07:20 Uhr die verrücktesten Internetmythen. Gemeinsam mit Experten checken Sarah und Lars den Wahrheitsgehalt der Behauptungen und klären am Ende: Ist die Behauptung Fakt oder Fake!?

Dieses Thema im Programm MDR JUMP Morningshow | 12. Juli 2018 | 05:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Juli 2018, 05:20 Uhr

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